KI im Planungsbüro
Baugesuche mit KI vorprüfen: Vollständigkeit, Regelbauweise, ÖREB und Fachkarten in einer Prüfliste mit Fundstellen
Eine KI-gestützte Vorprüfung nimmt ein Baugesuch entgegen (Adresse, Vorhaben, Masse, allenfalls die Pläne als PDF) und liefert in Minuten eine Prüfliste: Ist das Dossier vollständig nach den kantonalen Vorgaben, stimmen die Masse mit der Regelbauweise der Zone überein, welche ÖREB-Beschränkungen, Fachkarten (Naturgefahren, Gewässerschutz, Lärm, belastete Standorte, Denkmalschutz, Wald, Energie), Sondernutzungspläne und Planungszonen betreffen den Standort, welches Verfahren gilt und welche Fristen laufen. Jeder Prüfpunkt trägt einen Befund (ok, abklären, Konflikt, nicht prüfbar), die Rechtsgrundlage und die Quelle. Im Beispiel eines Mehrfamilienhauses an der Kannenbühlstrasse in Hochdorf liefert das Werkzeug «Baugesuch vorprüfen» des SPEKTRUM MCP dreizehn Prüfpunkte: zwölf ok, einer abklären (Lärmempfindlichkeitsstufe und statische Waldgrenze aus dem ÖREB-Kataster), Gesamthöhe und Überbauungsziffer gegen das Bau- und Zonenreglement der Gemeinde geprüft, Geltung ohne Vorbehalt. Das ersetzt weder die Stellungnahmen der Fachstellen noch den Bauentscheid; es sorgt dafür, dass die Bauverwaltung am ersten Tag weiss, wo die Fragen liegen, und dass nichts vergessen geht. Nicht geprüft werden Erschliessung, Brandschutz, Hindernisfreiheit und Privatrecht. Die Regeln: Werte nur aus Plänen und Formular, nie geschätzt; Befunde als Arbeitshilfe, Massgebend bleiben ÖREB-Auszug, Zonenplan, Reglement und Fachstellen; Gesuchstellende und Einsprechende als Pseudonyme; die Behörde entscheidet.
Was die Vorprüfung leistet und was nicht
Die Vorprüfung eines Baugesuchs ist die Arbeit, die eine Bauverwaltung in den ersten Tagen nach dem Eingang leistet: Ist das Dossier vollständig? Passt das Vorhaben in die Zone? Welche Fachstellen müssen angehört werden? Welche Fristen laufen? Sie entscheidet nichts, aber sie bestimmt, wie gut der Rest des Verfahrens läuft; vergessene Fachkarten und übersehene Baulinien kosten Monate.
Was KI mit Fachanbindung leistet: Sie fragt für den Standort den ÖREB-Kataster, den Zonenplan und die kantonalen Fachkarten ab, zieht die Regelbauweise der Zone aus dem Baureglement, vergleicht die Masse des Vorhabens damit, prüft bei eingereichten Plänen die Vollständigkeit gegen die kantonalen Vorgaben und schreibt alles in eine Prüfliste mit Befund, Rechtsgrundlage und Quelle. Dazu rechnet sie die Fristen (Publikation, Einsprache, Behandlung) und nennt das Verfahren. Das dauert Minuten statt Stunden, und es ist jedes Mal vollständig.
Was sie nicht leistet: Sie liest Pläne nicht zuverlässiger als ein Mensch; Werte müssen aus Kotierungen und Formular stammen, nie geschätzt oder «abgegriffen» ohne Vermerk. Sie prüft keine Erschliessung, keinen Brandschutz, keine Hindernisfreiheit, kein Privatrecht. Sie kennt die Praxis der Gemeinde nicht, keine mündlichen Zusagen, keine laufenden Revisionen ausser denen, die im kantonalen Zonenplan sichtbar sind. Und sie entscheidet nicht: Jeder Befund ist eine Frage an die Fachperson, kein Urteil.
Für wen: Bauverwaltungen, die Gesuche entgegennehmen; Planungsbüros, die Gemeinden in der Baubewilligung unterstützen oder eigene Projekte vor der Eingabe prüfen; Architekturbüros vor der Eingabe; Einsprecherinnen, die wissen wollen, wo ein Gesuch angreifbar ist. Die Werkzeuge sind dieselben, die Rolle im Prompt ist eine andere.
Drei Stufen: Vollständigkeit, Masse, Standort
Stufe 1, Vollständigkeit des Dossiers. Das Werkzeug «Plandossier prüfen» nimmt die Liste der eingereichten Unterlagen (Formular, Unterschriften, Situationsplan, Grundrisse, Schnitte, Fassaden, Umgebungsplan, Kanalisation, Energienachweis, Ziffernberechnung, Parkierungsnachweis, Brandschutz, Lärm- und Naturgefahrennachweis, Grundbuchauszug, Fotos, Ausnahmebegründung, Materialien und Farben) und prüft sie gegen die kantonalen Vorgaben mit Fundstelle; detailliert für Luzern, Zürich, Bern, Aargau und St. Gallen, grundlegend für die übrigen Kantone. Dazu die Planinhalte: Massstab, Nordpfeil, Vermassung, Höhenkoten, massgebendes und neues Terrain, Farbcode bei Umbauten, Plankopf, Schnittlage, Raumnutzung, Nachführungsgeometer. Ergebnis: fehlende Unterlagen und Mängel, die vor der Publikation nachgefordert werden.
Stufe 2, Masse gegen die Regelbauweise. Die Werte aus den Plänen (Gesamthöhe, Fassadenhöhen, Vollgeschosse, Gebäudelänge, Grenzabstand, Geschossflächenziffer oder Ausnützungsziffer, Überbauungsziffer, Wohnanteil, Wohnungen, Parkplätze) werden je mit Quelle (Plan, Nummer, Seite) erfasst und gegen die Masse der Zone aus dem Baureglement geprüft: konform, nicht konform oder nicht prüfbar je Kriterium, mit Paragraf. Widersprüche zwischen Plänen werden gemeldet, wenn derselbe Wert in zwei Plänen verschieden steht. Das Baureglement-Korpus des SPEKTRUM MCP umfasst Stand November 2026 2'078 Gemeinden mit erfassten Masstabellen in allen 26 Kantonen; fehlt eine Gemeinde, meldet das Werkzeug «nicht erfasst» und liefert orientierende kantonale Werte oder den Link zum Reglement.
Stufe 3, Standortprüfung. Für die Parzelle werden ÖREB-Beschränkungen, Zone und Nutzung, Naturgefahren, Gewässerschutz und Erdwärme, belastete Standorte, Lärmempfindlichkeit gegen den Strassenlärmkataster, Denkmalschutz und Archäologie, Sondernutzungsplanung, Planungszonen und Baulinien, Wald und Fruchtfolgeflächen, Energieplanung und Solarpotenzial, Parkierung und die Bundesinventare abgefragt. Jeder Punkt erhält Befund, Rechtsgrundlage (PBG, USG, LSV, GSchG, WaG, NHG, kantonale Erlasse) und Quelle mit Datensatzkennung. Dazu kommt die Geltung: Liegt die Parzelle in einer Planungszone, einem Gestaltungsplanperimeter oder in einer Zone mit laufender Revision, gilt jedes «ok» nur unter Vorbehalt, und das Werkzeug sagt das zuerst.
Alle drei Stufen münden in eine Prüfliste als Markdown, die in die Akten geht, und in den Entwurf des Bauentscheids, wenn die Behörde ihn will: Bewilligung, Bewilligung mit Auflagen, Abweisung oder Nichteintreten, mit Erwägungen, Dispositiv und Rechtsmittelbelehrung, Marker [ERGÄNZEN], [PRÜFEN] und [ENTSCHEID BEHÖRDE] inklusive. Das Wort «bewilligungsfähig» kommt im Entwurf nicht vor; das sagt die Behörde.
Beispiel: Mehrfamilienhaus in Hochdorf, dreizehn Prüfpunkte
Für diese Seite haben wir ein fiktives Vorhaben durch das Werkzeug «Baugesuch vorprüfen» laufen lassen: Neubau eines Mehrfamilienhauses mit sechs Wohnungen an der Kannenbühlstrasse 15 in Hochdorf, drei Vollgeschosse, Flachdach, Gesamthöhe 11,5 m, Fassadenhöhe 10,5 m, Gebäudelänge 26 m, Grenzabstand 4 m, Überbauungsziffer 0,22, sechs Parkplätze, Wärmepumpe mit Erdsonde. Das Werkzeug verortet die Adresse über den amtlichen Kataster (Parzelle 962, Kanton Luzern) und liefert dreizehn Prüfpunkte:
- Geltung zuerst: gilt. Grundordnung in Kraft, keine Überlagerung durch Sondernutzungsplan, Planungszone oder laufende Änderung im ÖREB-Kataster; das Bau- und Zonenreglement von Hochdorf (Urnenabstimmung 29. November 2020, vom Regierungsrat am 15. Juni 2021 genehmigt, Begriffe nach IVHB) ist im Korpus erfasst.
- Zone und Nutzung: ok. Wohnzone B («Wohnzone bis 14 m») nach ÖREB-Nutzungsplanung und kantonalem Zonenplan, Rechtsstatus in Kraft (§ 36 ff. PBG LU, Art. 22 Abs. 2 RPG). Ob ein Mehrfamilienhaus der Zweckbestimmung entspricht, ist als [FACHENTSCHEID] markiert; in einer Wohnzone eine Formsache, aber das Werkzeug entscheidet es nicht.
- Regelbauweise: ok. Gesamthöhe 11,5 m bei zulässigen 13,5 m, Überbauungsziffer 0,22 bei zulässigen 0,24, je mit Quelle Baureglement-Korpus. Für Grenzabstand (Art. 8 Abs. 3 BZR), Gebäudelänge und Wohnanteil führt die Masstabelle der Zone keine Zahl; das Werkzeug meldet «nicht prüfbar» und überlässt diese Masse der Fachperson, statt sie zu raten. Dazu listet es die Sonderregeln der Zone: Höhen talseitig, Reduktion bei Abgrabungen, Terrassenhäuser, Zusatz-Überbauungsziffer für Nebenbauten.
- ÖREB-Beschränkungen: abklären. Lärmempfindlichkeitsstufe II und statische Waldgrenze «in Bauzonen» sind eingetragen; beides mit Link auf den verbindlichen Auszug.
- Naturgefahren: ok. Innerhalb des Perimeters der Gefahrenkarte, am Standort keine Gefahrenstufe kartiert (§ 146 PBG LU).
- Gewässerschutz und Erdwärme: ok. Übriger Bereich, Erdwärmenutzung zulässig; die gewässerschutzrechtliche Bewilligung der Erdsonde ist mit dem Gesuch zu beantragen (Art. 19 f. GSchG).
- Belastete Standorte, Denkmalschutz und Archäologie, Sondernutzungsplanung und Baulinien: ok, kein Eintrag am Standort, je mit kantonaler Datensatzkennung.
- Lärmschutz: ok. Keine Ermittlungspunkte des Strassenlärmkatasters im Umkreis von 30 m; ES II mit Immissionsgrenzwerten 60/50 dB(A) (Art. 22 USG, Art. 31 LSV).
- Wald und Fruchtfolgeflächen: ok, FFF ausgeschlossen wegen Siedlungsgebiet.
- Energie: ok. Kein Massnahmengebiet für ein thermisches Netz; die Wärmepumpe ist gegen Energieplanung und Energiereglement zu prüfen; Solarpotenzial der Dachflächen ausgewiesen (KEnG LU, Art. 18a RPG).
- Parkierung: ok. Grenzbedarf nach VSS 40 281 orientierend 6,6 Parkfelder, Bereich 5 bis 7 bei ÖV-Güteklasse D, geplant 6; das kommunale Parkplatzreglement ist als [PRÜFEN] markiert, weil es im Korpus nicht hinterlegt ist.
- Bundesinventare: ok, 45 Bundeslayer ohne Befund (Art. 5 ff. NHG).
Das Ganze dauert unter einer Minute und endet mit dem Hinweis, dass die Vorprüfung eine Arbeitshilfe ist: Massgebend bleiben ÖREB-Auszug, Zonenplan und Reglement, die Stellungnahmen der kantonalen Fachstellen und der Bauentscheid. Für die Bauverwaltung heisst das: Das Dossier kann publiziert werden, die beiden offenen Punkte (Lärmnachweis bei ES II, Parkplatzreglement) stehen am ersten Tag mit Paragraf und Datensatz auf dem Tisch.
Das Vorhaben ist erfunden, die Abfrage echt (1. November 2026, Herkunftsvermerk des SPEKTRUM MCP). Dieselbe Abfrage für eine Parzelle in einer Planungszone liefert zuerst den Vorbehalt nach Art. 27 RPG und einen Konflikt; eine Gesamthöhe von 11,5 m in der benachbarten Wohnzone C mit zulässigen 10,5 m wird als nicht konform gemeldet. Das Werkzeug sagt, was es weiss, und markiert, was es nicht weiss.
Regeln für den Einsatz in Bauverwaltung und Büro
Werte nur aus Plänen und Formular. Jeder Wert trägt Quelle (Plan, Nummer, Seite) und Art (kotiert, berechnet, aus Formular, abgegriffen). Abgegriffene Werte sind als solche markiert; geschätzt wird nicht. Fehlt ein Wert, bleibt er leer und erscheint als Mangel.
Befund ist Frage, nicht Urteil. «ok» heisst: in den abgefragten Daten kein Hinweis auf einen Konflikt; «abklären» heisst: Fachstelle oder Reglement fragen; «Konflikt» heisst: Hinweis auf eine Verletzung, die zu beurteilen ist; «nicht prüfbar» heisst: Daten fehlen. Die Beurteilung bleibt bei der Fachperson, der Entscheid bei der Behörde.
Geltung zuerst lesen. Planungszone, Gestaltungsplan, laufende Revision: Wenn das Werkzeug «unter Vorbehalt» sagt, gilt kein «ok» ohne Rücksprache mit der Planung.
Pseudonyme. Gesuchstellende, Grundeigentümer und Einsprechende werden in Prompt und Entwurf als Pseudonyme geführt; die Zuordnung bleibt in den Akten der Gemeinde. Das deckt kantonales Datenschutzrecht und Amtsgeheimnis ab und kostet nichts.
Massgebende Quellen bleiben massgebend. ÖREB-Auszug, Zonenplan, Reglement, Fachstellen, Bauentscheid. Die Prüfliste ist Arbeitshilfe mit Herkunftsvermerk; sie geht in die Akten, ersetzt aber keine amtliche Auskunft.
Entscheidentwurf mit Markern. Der Entwurf des Bauentscheids enthält [ERGÄNZEN], [PRÜFEN] und [ENTSCHEID BEHÖRDE]; sie werden aufgelöst, bevor die zuständige Person unterschreibt. Auflagen und Bedingungen tragen Fundstellen.
Fristen aus dem Werkzeug, nicht aus dem Kopf. Publikation, Einsprachefrist, Behandlungsfrist je Kanton über «Baugesuch-Fristen», mit Datum und Rechtsgrundlage; der Ratgeber zur Einsprache erklärt die Fristen im Detail.
Transparenz gegenüber Gesuchstellenden. Ein Satz im Schreiben zur Vollständigkeit genügt: Die Vorprüfung erfolgte mit Unterstützung eines KI-Werkzeugs; massgebend ist der Bauentscheid.
Vorprüfung in zehn Punkten
Was die Prüfliste abdeckt und was die Fachperson danach tut:
- Standort verortetAdresse oder Koordinaten, E-GRID, Parzelle, Gemeinde, Kanton aus dem amtlichen Kataster.
- Geltung geprüftPlanungszone, Sondernutzungsplan, laufende Revision; «unter Vorbehalt» bedeutet Rücksprache mit der Planung.
- Dossier vollständigUnterlagen und Planinhalte gegen die kantonalen Vorgaben mit Fundstelle; Fehlendes vor der Publikation nachfordern.
- Werte mit Quelle erfasstJe Mass Plan, Nummer, Seite und Art; nichts geschätzt; Widersprüche zwischen Plänen gemeldet.
- Masse gegen RegelbauweiseKonform, nicht konform, nicht prüfbar je Kriterium mit Paragraf; bei «nicht erfasst» von Hand gegen das Reglement.
- ÖREB und FachkartenNaturgefahren, Gewässerschutz, Altlasten, Lärm, Denkmalschutz, Wald, FFF, Energie, Inventare mit Datensatzkennung.
- Fachstellen bestimmtAus den Befunden «abklären» und «Konflikt» die anzuhörenden kantonalen und kommunalen Stellen ableiten.
- Verfahren und FristenOrdentlich oder vereinfacht; Publikation, Einsprachefrist, Behandlungsfrist mit Datum und Rechtsgrundlage.
- Prüfliste in die AktenMarkdown mit Herkunftsvermerk und Datum; Transparenzsatz an die Gesuchstellenden.
- Entscheid bei der BehördeEntwurf mit Markern, Auflagen mit Fundstelle; Unterschrift erst nach Auflösung aller Marker.
Die Werkzeuge der Vorprüfung im SPEKTRUM MCP
Was jedes Werkzeug beantwortet, was es braucht und wo seine Grenze liegt:
| Werkzeug | Frage | Eingabe | Grenze |
|---|---|---|---|
| Baugesuch vorprüfen | Prüfliste zu Zone, Regelbauweise, ÖREB, Fachkarten, Inventaren, Parkierung, Verfahren | Vorhaben mit Massen, Adresse oder Koordinaten | Punktabfrage am Standort; keine Erschliessung, Brandschutz, Hindernisfreiheit, Privatrecht; kantonale Fachkarten ausser ZH |
| Plandossier prüfen | Vollständigkeit der Unterlagen und Planinhalte, dann Masse aus den Plänen gegen das Reglement | Dokumentliste, Planinhalte, Werte mit Quelle, Vorhaben | Detailliert LU, ZH, BE, AG, SG; sonst grundlegend; Werte liest die Fachperson aus dem PDF |
| Zonenkonformität prüfen | Konform, nicht konform, nicht prüfbar je Kriterium der Regelbauweise | Vorhaben, Gemeinde und Zone oder Adresse | Nur erfasste Reglemente (2'078 Gemeinden); Geltung zuerst |
| Baureglement abfragen | Masse der Zone mit Paragraf und Verbindlichkeit | Gemeinde, Zone | Nicht erfasste Gemeinden: orientierende kantonale Werte oder Link |
| Baugesuch-Fristen | Publikation, Einsprache- und Behandlungsfristen mit Datum | Kanton, Publikationsdatum, Verfahren | Kantonale Regel; kommunale Abweichungen prüfen |
| Verfahren abfragen | Zuständigkeit, Ablauf, Rechtsmittel je Kanton | Kanton, Verfahrensart | Allgemeine Beschreibung, keine Praxis der Gemeinde |
| Bauentscheid entwerfen | Bewilligung, mit Auflagen, Abweisung, Nichteintreten; Einspracheentscheid | Gesuch, Entscheidart, Vorprüfung, Einsprachen mit Pseudonymen | Entwurf mit Markern; nie «bewilligungsfähig»; Behörde entscheidet |
Werkzeugbeschreibungen SPEKTRUM MCP, Stand 1. November 2026; Korpusumfang aus der Übersicht «Baureglement abfragen» (2'078 Gemeinden). Alle Ergebnisse sind Arbeitshilfen.
Vom Eingang zum Entscheidentwurf in sieben Schritten
So setzt eine Bauverwaltung die KI-gestützte Vorprüfung ein:
- Eingang erfassen Adresse, Vorhaben, Dokumentliste; Gesuchstellende als Pseudonym; Eingangsdatum für die Fristen.
- Vollständigkeit prüfen «Plandossier prüfen» Stufe 1; fehlende Unterlagen und Planmängel mit Fundstelle nachfordern, bevor publiziert wird.
- Werte aus den Plänen erfassen Die Fachperson liest Höhen, Geschosse, Abstände, Ziffern aus den Plänen, je mit Plan, Nummer, Seite; abgegriffene Werte markieren.
- Standort und Masse prüfen «Baugesuch vorprüfen» mit den Werten; Geltung lesen, Befunde durchgehen, Fachstellen aus «abklären» und «Konflikt» ableiten.
- Publizieren und Fristen setzen «Baugesuch-Fristen» für Publikation und Einsprachefrist; Fristen in die Akten und den Kalender.
- Fachstellen und Einsprachen Stellungnahmen einholen; Einsprachen mit Rügen erfassen, Legitimation prüfen, privatrechtliche Rügen trennen.
- Entscheid entwerfen und beschliessen «Bauentscheid entwerfen» mit Vorprüfung, Stellungnahmen und Einsprachen; Marker auflösen, Auflagen mit Fundstelle, Beschluss und Unterschrift durch die zuständige Behörde.
Aus der Praxis
Wie SPEKTRUM die Vorprüfung gebaut hat
Die Vorprüfungswerkzeuge im SPEKTRUM MCP sind aus zwei Erfahrungen entstanden: aus der Planungspraxis von Andreas Rupf, Dozent im MAS und CAS in Raumentwicklung an der ETH Zürich, in der Baugesuche regelmässig an vergessenen Fachkarten und falsch gelesenen Reglementen hängen blieben, und aus den Rückfragen von Bauverwaltungen in Kursen und Beratungen. Das Ergebnis sind sieben verzahnte Werkzeuge: «Baureglement abfragen» mit einem Korpus von 2'078 Gemeinden in allen 26 Kantonen, in dem die Masstabellen der rechtskräftigen Reglemente je Zone nach IVHB-Begriffen erfasst sind, mit kantonalen Zonenplänen als orientierender Ergänzung; «Zonenkonformität prüfen» darauf aufbauend; «Baugesuch vorprüfen» mit den kantonalen Fachkarten von Luzern, Bern, Aargau, St. Gallen, Graubünden, Genf, Wallis und weiteren sowie dem ÖREB-Kataster und den Bundeslayern; «Plandossier prüfen» mit den kantonalen Vorgaben für Unterlagen und Planinhalte; «Baugesuch-Fristen» und «Verfahren abfragen» für Fristen und Zuständigkeiten; «Bauentscheid entwerfen» für den Entwurf mit Markern.
Jede Antwort trägt Quelle, Datensatzkennung, Rechtsgrundlage und einen Herkunftsvermerk mit Abfragekennung; nicht erfasste Reglemente werden als solche gemeldet, Werte werden nie geschätzt, das Wort «bewilligungsfähig» kommt in keinem Entwurf vor, und Gesuchstellende wie Einsprechende werden als Pseudonyme geführt. Das Korpus wächst wöchentlich; Gemeinden, deren Reglement fehlt, können es über SPEKTRUM erfassen lassen.
In der Innovation-Sandbox für KI des Kantons Zürich klärt SPEKTRUM mit Behörden, wie solche Arbeitshilfen in Bauverwaltungen eingesetzt, dokumentiert und verantwortet werden. Die Werkzeuge laufen in Claude, ChatGPT und Copilot über das SPEKTRUM MCP; der Ratgeber zum MCP erklärt die Einrichtung, der Praxis-Workshop mit Claude übt die Vorprüfung in zwei Halbtagen an echten, pseudonymisierten Gesuchen der Teilnehmenden.
Häufige Fragen
Kann KI ein Baugesuch bewilligen?
Nein, und sie soll es nicht. Die Vorprüfung liefert eine Prüfliste mit Befunden, Rechtsgrundlagen und Quellen und den Entwurf eines Entscheids mit Markern; die Beurteilung bleibt bei der Fachperson, der Entscheid bei der zuständigen Behörde, die unterschreibt. Das Wort «bewilligungsfähig» kommt in den Entwürfen des SPEKTRUM MCP bewusst nicht vor. Was KI leistet, ist Vollständigkeit am ersten Tag: Keine Fachkarte, keine Planungszone, keine Frist wird vergessen.
Wie zuverlässig sind die Befunde?
So zuverlässig wie die abgefragten Daten: ÖREB-Kataster und kantonale Fachkarten sind amtlich, die Regelbauweise stammt aus erfassten Reglementen mit Paragraf, Fristen aus kantonalem Recht. Jeder Befund trägt Quelle und Datensatzkennung, damit die Fachperson nachschlägt. Wo Daten fehlen, sagt das Werkzeug «nicht prüfbar» oder «nicht erfasst» statt zu raten. Die Grenze liegt beim Lesen der Pläne: Werte muss die Fachperson aus den Plänen nehmen, mit Quelle, nie geschätzt.
Welche Gemeinden sind erfasst?
Stand November 2026 enthält das Baureglement-Korpus 2'078 Gemeinden in allen 26 Kantonen mit den Masstabellen ihrer Reglemente, ergänzt durch kantonale Zonenpläne als orientierende Werte. Die Übersicht liefert das Werkzeug «Baureglement abfragen» ohne Parameter. Fehlt eine Gemeinde, meldet die Vorprüfung «nicht erfasst» mit Link zum Reglement; Gemeinden und Büros können die Erfassung bei SPEKTRUM anstossen. Die kantonalen Fachkarten sind für alle Kantone ausser Zürich angebunden; dort gelten ÖREB und Bundeslayer.
Was ist mit Datenschutz und Amtsgeheimnis?
Die Vorprüfung braucht keine Namen: Adresse, Vorhaben und Masse sind Sachdaten, Gesuchstellende und Einsprechende werden als Pseudonyme geführt, die Zuordnung bleibt in den Akten der Gemeinde. Pläne enthalten oft Namen im Plankopf; die Fachperson liest die Werte heraus und gibt sie strukturiert ein, statt das PDF in ein Consumer-Konto zu laden. Die Nutzung läuft über Geschäftsverträge mit den Anbietern; der Ratgeber zum Datenschutz beschreibt die Datenklassen und die Risikobeurteilung, die kantonales Recht für Cloud-Dienste verlangt.
Was kostet die Vorprüfung mit dem SPEKTRUM MCP?
Die Werkzeuge gehören zum Komplett-Abo des SPEKTRUM MCP für 98 Franken pro Monat für das ganze Büro oder die ganze Verwaltung; dazu braucht es ein Konto bei Claude, ChatGPT oder Copilot in der Geschäftsversion. Eine Vorprüfung dauert unter einer Minute und kostet keine Zusatzgebühr. Zum Vergleich: Eine von Hand zusammengesuchte Standortprüfung über Fachkarten, ÖREB und Reglement braucht ein bis zwei Stunden, und sie ist nicht jedes Mal vollständig.
Hilft die Vorprüfung auch bei Einsprachen?
Ja, von beiden Seiten. Die Bauverwaltung nutzt sie, um Rügen gegen die Prüfliste zu halten und den Einspracheentscheid zu entwerfen; Rügen werden nach Thema (Regelbauweise, Zonenkonformität, Erschliessung, Parkierung, Lärm, Ortsbild, Gewässer, Wald, Naturgefahren, Besonnung, Energie, Verfahren, Privatrecht) erfasst und die Legitimation beurteilt. Einsprecherinnen nutzen dieselben Werkzeuge, um zu sehen, wo ein Gesuch angreifbar ist, mit Vorschrift und Fundstelle. Der Ratgeber zur Einsprache beschreibt Fristen, Legitimation und Kosten.
Quellen
- Art. 22 RPG, BaubewilligungBewilligungspflicht, Zonenkonformität, Erschliessung als Voraussetzungen.
- Art. 27 RPG, PlanungszonenInnerhalb von Planungszonen darf nichts unternommen werden, was die Nutzungsplanung erschweren könnte.
- Art. 31 LSV, Baubewilligungen in lärmbelasteten GebietenEinhaltung der Immissionsgrenzwerte, Massnahmen, Ausnahmen.
- ÖREB-KatasterKataster der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen; verbindlicher Auszug je Parzelle.
- SPEKTRUM MCP: Werkzeuge für Baugesuch und BaubewilligungBaugesuch vorprüfen, Plandossier prüfen, Zonenkonformität, Baureglement, Fristen, Bauentscheid; Nutzungsbedingungen.
- Baubewilligung: Verfahren, Fristen, Kosten (spekt.ch/wissen)Der Ratgeber zum Verfahren aus Sicht der Raumentwicklung.
Diese Seite gibt Erfahrungen aus der Beratungs- und Entwicklungspraxis von SPEKTRUM wieder. Funktionen, Verträge und Preise der genannten Anbieter ändern sich; massgebend sind deren aktuelle Bedingungen und bei Personendaten das anwendbare Datenschutzrecht. Keine Rechtsberatung.