KI im Planungsbüro
Souveräne KI mit Apertus: Was das offene Schweizer Sprachmodell für Gemeinden, Kantone und Planungsbüros kann und wann es die richtige Wahl ist
Apertus ist ein vollständig offenes Sprachmodell, das ETH Zürich, EPFL und das nationale Supercomputing-Zentrum CSCS 2025 veröffentlicht haben: Architektur, Gewichte und Trainingsdaten sind frei zugänglich, das Modell gibt es mit 8 und 70 Milliarden Parametern, es ist auf Deutsch, Französisch, Italienisch und weitere Sprachen ausgelegt und versteht Schweizerdeutsch. Souverän heisst: Modell, Hosting und Schnittstelle können in der Schweiz bleiben, auf einer Schweizer Plattform oder auf dem eigenen Server; keine Daten verlassen das Land, keine Geschäftsbedingungen eines ausländischen Anbieters können sich ändern, der Code ist prüfbar. Der Kanton Tessin übersetzt amtliche Dokumente mit Apertus auf dem kantonalen Server, ohne Cloud-Dienst und ohne Datenaustritt; das zeigt, dass die kleinere Modellgrösse für klar umrissene Aufgaben reicht. Für Gemeinden, Kantone und Planungsbüros ist Apertus die richtige Wahl, wenn besonders schützenswerte Daten verarbeitet werden, wenn kantonales Datenschutzrecht oder die privatim-Resolution zur Cloud-Auslagerung einer Verarbeitung bei grossen internationalen Anbietern entgegenstehen, oder wenn die Unabhängigkeit von einer Plattform ein eigenes Ziel ist. Nicht die richtige Wahl ist es als Ersatz für die grossen Modelle bei anspruchsvoller Textarbeit und Recherche, oder für ein kleines Büro ohne Betreiber. Die Zwei-Modell-Strategie löst das: ein starkes Modell mit Geschäftsvertrag für anspruchsvolle Arbeit, Apertus oder ein europäisches Modell für sensible Daten und Routinen, verbunden durch die Datenklassen der Nutzungsrichtlinie. Der SPEKTRUM MCP ist modellunabhängig; welcher Assistent ihn aufruft, entscheidet die Nutzerin.
Was Apertus ist
Herkunft. Apertus wurde von der ETH Zürich, der EPFL und dem CSCS (Swiss National Supercomputing Centre) im Rahmen der Swiss AI Initiative entwickelt und 2025 veröffentlicht. Die Rechenkapazität stellt das CSCS, die Swiss AI Platform betreibt Swisscom; das Modell ist öffentlich herunterladbar.
Offen in allem. Anders als die meisten «offenen» Modelle, die nur die Gewichte freigeben, sind bei Apertus Architektur, Gewichte und Trainingsdaten dokumentiert und zugänglich. Der Code ist prüfbar, es gibt keine Black Box; das Modell wurde so trainiert, dass es die Transparenzanforderungen des EU AI Act erfüllt.
Zwei Grössen. 8 Milliarden Parameter für Aufgaben wie Übersetzung, Zusammenfassung und Klassifikation, die auf einem einzelnen Server laufen sollen; 70 Milliarden für anspruchsvollere Texte, mit entsprechend mehr Rechenbedarf. Für die meisten Verwaltungsaufgaben reicht das kleinere Modell.
Sprachen. Ausgelegt auf Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Rumänisch und Ukrainisch, mit über tausend Sprachen in den Trainingsdaten; für die mehrsprachige Schweizer Verwaltung ist das der entscheidende Unterschied zu Modellen, die primär Englisch können. Auch Schweizerdeutsch wird verstanden.
Was es nicht ist. Apertus ist kein Produkt mit Oberfläche, sondern ein Modell. Wer es nutzen will, braucht eine Plattform, die es betreibt (Schweizer Anbieter) oder einen eigenen Server mit Betreiber. Und es ist in der Qualität bei anspruchsvoller Textarbeit und Recherche unter den grossen Modellen von Anthropic, OpenAI und Google; das ist der Preis der Souveränität, und er ist für klar umrissene Aufgaben tragbar.
Der Präzedenzfall Tessin
Der Kanton Tessin übersetzt amtliche Dokumente mit Apertus, das vollständig lokal auf dem kantonalen Server läuft: kein DeepL, kein Cloud-Dienst, kein Datenaustritt. Keine Geschäftsbedingungen, die ändern können, keine Preiserhöhung, keine Abkündigung durch einen ausländischen Anbieter. Für die italienischsprachige Verwaltung, die ständig zwischen Italienisch, Deutsch und Französisch wechselt, ist das eine Routineaufgabe mit grossem Volumen, bei der die Daten das Haus nicht verlassen dürfen.
Drei Dinge sind daran lehrreich.
Datenschutz by design. Wer mit Daten der öffentlichen Hand arbeitet, weiss: Datenschutz lässt sich nicht nachträglich ergänzen, er muss in der Architektur stecken. Ein Modell auf dem eigenen Server gibt der Behörde die volle Kontrolle, die Risikobeurteilung nach kantonalem Recht wird einfach, und die Resolution der Datenschutzbeauftragten zur Cloud-Auslagerung ist nicht berührt.
Kleine Modelle reichen. Für die Übersetzung genügt das 8-Milliarden-Modell. Das widerlegt die Annahme, man brauche immer das grösste Modell: Ein spezialisiertes, schlankes Modell ist für eine klar umrissene Aufgabe oft präziser, schneller und günstiger als ein generalistisches Riesenmodell. Die Kunst liegt in der Auswahl, nicht in der Parameterzahl.
Öffentliche Infrastruktur. CSCS, ETH, EPFL und Swisscom zeigen, wie öffentliche Hand und Forschung digitale Souveränität schaffen, ohne auf kommerzielle Anbieter angewiesen zu sein. Andere Kantone und Gemeinden können denselben Weg gehen; die technische Hürde ist gesunken.
Für die Raumplanung sind dieselben Aufgaben denkbar: Übersetzung von Planungsberichten, Vorprüfungsbescheiden und Einspracheantworten in mehrsprachigen Kantonen; Zusammenfassungen langer Planungsdossiers für politische Gremien; mehrsprachige Bürgerkommunikation; lokale Vorverarbeitung von Dokumenten und Geodaten, bevor sie an spezialisierte Agenten gehen.
Wann Souveränität die richtige Wahl ist und wann nicht
Richtig, wenn besonders schützenswerte Daten im Spiel sind. Gesundheit, Sozialhilfe, Strafverfahren, wie sie in Härtefallgesuchen, Einsprachen und Protokollen vorkommen: Klasse 4 der Datenklassen. Die privatim-Resolution vom November 2025 hält fest, dass die Auslagerung solcher Daten an grosse internationale Anbieter für öffentliche Organe in den meisten Fällen unzulässig ist. Hier ist ein Modell in der Schweiz nicht Kür, sondern Bedingung.
Richtig, wenn kantonales Recht es verlangt. Mehrere Kantone setzen für die Auslagerung sensibler Daten den Standort Schweiz oder eine gleichwertige Garantie voraus und verlangen eine Risikobeurteilung. Mit Apertus auf einem Schweizer Hosting oder dem eigenen Server fällt diese Beurteilung kurz aus.
Richtig, wenn Unabhängigkeit ein Ziel ist. Wer Abläufe, Agenten und Vorlagen auf ein Modell baut, dessen Betreiber Preise und Bedingungen ändern kann, trägt ein strategisches Risiko. Ein offenes Modell nimmt es weg; der Rückweg ist immer offen.
Richtig für grosse Volumen mit klarer Aufgabe. Übersetzung, Klassifikation von Eingaben, Zusammenfassung von Dossiers, Vorverarbeitung von Dokumenten: Aufgaben, die täglich hundertfach anfallen und keine Spitzenqualität brauchen.
Nicht richtig als Ersatz für die grossen Modelle. Für anspruchsvolle Berichte, Interessenabwägungen mit Werkzeugaufrufen und Recherche sind Claude und die anderen grossen Modelle deutlich stärker. Wer nur Apertus einsetzt, verzichtet auf diese Qualität.
Nicht richtig für ein kleines Büro ohne Betreiber. Ein Modell braucht Plattform oder Server, Updates, Überwachung. Für ein Büro mit fünf Personen ist ein europäischer Anbieter wie Mistral mit Geschäftsvertrag oder die EU-Datenresidenz eines grossen Anbieters der pragmatische Weg; Apertus kommt über einen Schweizer Anbieter ins Spiel, wenn eine Gemeinde es verlangt.
Die Lösung ist die Zwei-Modell-Strategie: ein starkes Modell mit Geschäftsvertrag für anspruchsvolle Arbeit, Apertus oder ein europäisches Modell für sensible Daten und Routinen, und die Datenklassen der Nutzungsrichtlinie bestimmen, was wohin darf. Der Ratgeber zur Modellwahl beschreibt die Kriterien.
Drei Betriebsmodelle
Schweizer Plattform. Anbieter in der Schweiz betreiben Apertus mit Oberfläche, Schnittstelle, RAG über eigene Dokumente und Geschäftsvertrag; Modell, Hosting und Daten bleiben im Land. Für Gemeinden und Büros ohne eigene IT der einfachste Weg zur Souveränität: Abo statt Server. Zu prüfen: Vertrag zur Auftragsbearbeitung, Standort, Löschfristen, Export des Index.
Eigener Server. Apertus wird heruntergeladen und auf eigener Hardware oder im kantonalen Rechenzentrum installiert; so arbeitet das Tessin. Volle Kontrolle, keine laufenden Modellkosten, braucht aber Hardware (für das 8-Milliarden-Modell ein Server mit Grafikprozessor, für das 70-Milliarden-Modell deutlich mehr), eine Betreiberin und Updates. Für Kantone und grosse Gemeinden mit IT-Abteilung, für Verbünde mehrerer Gemeinden, für Planungsbüros mit eigenem Betrieb.
Öffentliche Infrastruktur. Für Forschung und öffentliche Projekte stellt das CSCS Rechenkapazität bereit, Swisscom betreibt die Swiss AI Platform. Für Verwaltungen, die Pilotprojekte mit Hochschulen durchführen, ein Weg ohne eigene Investition.
In allen drei Fällen gilt: Die Werkzeuge, die das Modell aufruft (Gesetze, Reglemente, Geodaten über MCP), die Arbeitsanweisungen und die Nutzungsrichtlinie bleiben dieselben. Was wechselt, ist der Ort, an dem das Modell rechnet. Darum lohnt es sich, Abläufe von Anfang an so zu bauen, dass das Modell austauschbar ist: Anweisungen als Text, Werkzeuge über offene Standards, Dokumente im eigenen Dateisystem.
Zehn Fragen vor der Entscheidung für Apertus
Für Gemeinde, Kanton oder Büro, das Souveränität prüft:
- Datenklasse geklärtWelche Daten sollen verarbeitet werden; Klasse 4 oder kantonale Vorgabe Standort Schweiz machen Souveränität zur Bedingung.
- Aufgabe klar umrissenÜbersetzung, Zusammenfassung, Klassifikation, Vorverarbeitung; keine Spitzenqualität bei freier Textarbeit erwartet.
- Volumen bekanntDokumente pro Tag oder Woche; bei grossem Volumen lohnt sich der Betrieb, bei kleinem die Plattform.
- Betriebsmodell gewähltSchweizer Plattform, eigener Server oder öffentliche Infrastruktur; Betreiberin benannt.
- Hardware oder Vertrag geprüftServer mit Grafikprozessor und Updates oder Geschäftsvertrag mit Standort, Löschfristen, Export.
- Zweites Modell für anspruchsvolle ArbeitStarkes Modell mit Geschäftsvertrag für Berichte und Recherche; Datenklassen regeln die Zuteilung.
- Werkzeuge über offene StandardsGesetze, Reglemente, Geodaten über MCP, unabhängig vom Modell.
- Anweisungen als TextArbeitsanweisungen und Vorlagen im Büro, nicht in der Plattform; Modell austauschbar.
- Risikobeurteilung dokumentiertKurz, weil Standort Schweiz; Datenschutzstelle informiert, Gemeinderat oder Regierung im Bild.
- Pilot mit MessungEine Aufgabe, vier Monate, Qualität und Zeit gemessen; dann erweitern oder zurück zur Plattform.
Fünf Optionen für Modell und Standort
Von der Consumer-Nutzung bis zum eigenen Server; die Datenklassen bestimmen, welche Option zulässig ist:
| Option | Standort der Daten | Qualität | Souveränität | Passt für |
|---|---|---|---|---|
| Consumer-Konto (ChatGPT, Claude, Gemini) | USA, Training je nach Einstellung | Hoch | Keine | Nur öffentliche Daten (Klasse 1) |
| Geschäftsvertrag mit EU-Datenresidenz (Anthropic, OpenAI, Microsoft) | EU wählbar, kein Training, Auftragsbearbeitung | Hoch | Vertraglich, nicht technisch | Klasse 2 und 3 für Büros und viele Gemeinden |
| Europäischer Anbieter (Mistral) | EU, offen lizenzierte Modelle | Gut, günstig | Europäisch | Routinen, Agenten, grosses Volumen |
| Apertus auf Schweizer Plattform | Schweiz, Geschäftsvertrag | Gut für klare Aufgaben | Schweiz, offenes Modell | Verwaltungen, Klasse 4, kantonale Vorgaben, ohne eigene IT |
| Apertus auf eigenem Server | Eigenes Rechenzentrum, kein Datenaustritt | Gut für klare Aufgaben | Vollständig | Kantone, grosse Gemeinden, Verbünde, Büros mit Betreiber |
Einordnung SPEKTRUM nach den Datenklassen des Datenschutz-Ratgebers, Stand November 2026; Angebote und Verträge der Anbieter ändern sich.
Pilot mit Apertus in vier Monaten
Für eine Verwaltung oder ein Büro, das Souveränität an einer Aufgabe prüft:
- Monat 1: Aufgabe und Daten Eine klar umrissene Aufgabe mit Volumen (Übersetzung, Zusammenfassung, Klassifikation); Datenklasse bestimmen; Datenschutzstelle informieren; Qualität heute festhalten.
- Monat 2: Betriebsmodell Schweizer Plattform mit Geschäftsvertrag oder eigener Server mit Betreiberin; Hardware oder Vertrag; Risikobeurteilung in Kurzform.
- Monat 3: Einrichten und testen Anweisung als Text, Vorlagen, Werkzeuge über MCP; dreissig alte Fälle durchlaufen lassen, Ergebnisse mit heutiger Qualität vergleichen; 8- oder 70-Milliarden-Modell wählen.
- Monat 4: Betrieb und Bilanz Produktiv mit Prüfschritt; Qualität, Zeit, Kosten messen; Entscheid: erweitern, beim zweiten Modell bleiben, oder Aufgabe zurück zur Plattform.
Aus der Praxis
Wie SPEKTRUM mit Souveränität umgeht
SPEKTRUM nutzt selbst die Zwei-Modell-Strategie: Claude mit Geschäftsvertrag für anspruchsvolle Arbeit, Mistral als europäisches, offen lizenziertes Modell für Agenten und Routinen auf einem eigenen Server. Apertus beobachten wir seit der Veröffentlichung als dritte Option: Die Werkzeuge des SPEKTRUM MCP sprechen mit dem Assistenten über den offenen MCP-Standard, die Arbeitsanweisungen liegen als Text im Büro, die Dokumente im eigenen Dateisystem. Das Modell ist austauschbar, und das ist Absicht.
Interessenabwägung AI und das UVP-Screening, die Web-Werkzeuge von SPEKTRUM, laufen mit EU-gehosteten Modellen und festem Monatsbudget; die Subunternehmer sind offengelegt. Für Behörden mit strengen Vorgaben gilt deshalb die Datenklassen-Regel: Sachdaten und anonymisierte Unterlagen gehen ins Werkzeug, Personendaten bleiben in den Akten.
Aus der Beratung: Die Frage «Cloud oder souverän?» ist meist falsch gestellt. Richtig ist «Welche Daten wohin?». Ein Büro, das die Datenklassen geregelt hat, nutzt ein starkes Modell für Klasse 1 und 2, ein europäisches oder souveränes für Klasse 3 und 4, und erklärt der Gemeinde in einem Satz, wo welche Daten verarbeitet werden. Die Gemeinde, die das hört, gibt ihre Zustimmung; die, die «wir nutzen ChatGPT» hört, nicht. In der Innovation-Sandbox für KI des Kantons Zürich arbeitet SPEKTRUM genau an dieser Frage mit Behörden und Wissenschaft: wie souveräne Infrastruktur und starke Werkzeuge zusammengehen.
Häufige Fragen
Was ist Apertus?
Ein vollständig offenes Sprachmodell von ETH Zürich, EPFL und CSCS, 2025 veröffentlicht: Architektur, Gewichte und Trainingsdaten sind zugänglich, es gibt ein Modell mit 8 und eines mit 70 Milliarden Parametern, es ist auf Deutsch, Französisch, Italienisch und weitere Sprachen ausgelegt und versteht Schweizerdeutsch. Über Schweizer Anbieter ist es als durchgängig souveräne Lösung verfügbar, vom Modell über das Hosting bis zur Schnittstelle; es lässt sich auch auf einem eigenen Server betreiben, wie es der Kanton Tessin für Übersetzungen tut.
Ist Apertus so gut wie ChatGPT oder Claude?
Bei anspruchsvoller Textarbeit, Recherche mit Werkzeugaufrufen und komplexen Abwägungen nein; die grossen Modelle sind deutlich stärker. Bei klar umrissenen Aufgaben wie Übersetzung, Zusammenfassung, Klassifikation und Vorverarbeitung reicht Apertus, oft schon in der kleinen Grösse, und das ist genau das, was souverän laufen muss. Die Zwei-Modell-Strategie nutzt beides: starkes Modell mit Vertrag für Klasse 1 und 2, Apertus oder ein europäisches Modell für sensible Daten und Routinen.
Braucht eine Gemeinde einen eigenen Server?
Nicht unbedingt. Schweizer Anbieter betreiben Apertus als Plattform mit Oberfläche, Schnittstelle und Geschäftsvertrag; Modell, Hosting und Daten bleiben im Land, die Gemeinde zahlt ein Abo statt Hardware. Ein eigener Server lohnt sich für Kantone, grosse Gemeinden und Verbünde mit IT-Abteilung und grossem Volumen, oder wenn kein Dienstleister die Anforderungen erfüllt. Für das 8-Milliarden-Modell reicht ein Server mit Grafikprozessor; das 70-Milliarden-Modell braucht deutlich mehr.
Was sagt die Datenschutzstelle dazu?
Die Konferenz der schweizerischen Datenschutzbeauftragten (privatim) hält in ihrer Resolution vom November 2025 fest, dass die Auslagerung besonders schützenswerter Personendaten an grosse internationale Anbieter für öffentliche Organe in den meisten Fällen unzulässig ist; ihr Cloud-Merkblatt von Oktober 2026 beschreibt Risikobeurteilung und Massnahmen. Ein Modell auf Schweizer Infrastruktur beantwortet die meisten dieser Fragen durch die Architektur. Die kantonale Datenschutzstelle wird trotzdem vorher informiert; die Risikobeurteilung fällt dann kurz aus.
Laufen die Werkzeuge von SPEKTRUM mit Apertus?
Der SPEKTRUM MCP ist modellunabhängig: Er wird von dem Assistenten aufgerufen, den Sie nutzen, heute Claude, ChatGPT und Copilot. Ein Assistent auf Apertus-Basis kann ihn aufrufen, sobald die Plattform den MCP-Standard unterstützt. Interessenabwägung AI und das UVP-Screening sind Web-Werkzeuge, die SPEKTRUM mit EU-gehosteten Modellen betreibt; dort gilt die Datenklassen-Regel, Personendaten vor der Eingabe zu anonymisieren. Für die Qualität anspruchsvoller Abwägungen empfehlen wir das starke Modell, wo die Datenklasse es erlaubt.
Was kostet der Betrieb?
Auf einer Schweizer Plattform ein Abo nach Nutzung oder Personen, mit Geschäftsvertrag; auf dem eigenen Server die Hardware (ein Server mit Grafikprozessor für das kleine Modell), Strom und die Zeit der Betreiberin, dafür keine Modellkosten pro Anfrage. Die Modellgewichte selbst sind frei. Der grösste Posten ist wie bei jeder KI-Einführung nicht die Technik, sondern Anweisungen, Vorlagen, Schulung und Prüfung; der Ratgeber zur Einführung beschreibt den Weg.
Quellen
- Apertus: Souveräne KI für die öffentliche Verwaltung (Andreas Rupf, März 2026)Der Tessiner Präzedenzfall, drei Lehren, Einsatzfelder in der Raumplanung.
- Swiss AI Initiative: Apertus (ETH Zürich, EPFL, CSCS)Modell, Grössen, Sprachen, Lizenz und Dokumentation.
- privatim: Resolution zur Auslagerung von Datenbearbeitungen in die Cloud (24. November 2025)Besonders schützenswerte Personendaten und grosse internationale Anbieter.
- privatim: Merkblatt «Cloud-spezifische Risiken und Massnahmen» (Version 3.02, Oktober 2026)Risikobeurteilung und Massnahmen für öffentliche Organe.
- Welches Sprachmodell für Planungsbüros? (spekt.ch/wissen)Kriterien der Modellwahl und Zwei-Modell-Strategie.
Diese Seite gibt Erfahrungen aus der Beratungs- und Entwicklungspraxis von SPEKTRUM wieder. Funktionen, Verträge und Preise der genannten Anbieter ändern sich; massgebend sind deren aktuelle Bedingungen und bei Personendaten das anwendbare Datenschutzrecht. Keine Rechtsberatung.