Zum Inhalt springen

Quartieranalyse und 3D mit KI: Bestand, Reserven, Heizungen und Bauperioden eines Quartiers in Minuten, als Zahlen und als drehbares Modell

Wer ein Quartier verdichten, ein Leitbild erarbeiten oder ein Areal beurteilen will, braucht zuerst den Bestand: Wie viele Gebäude und Wohnungen stehen dort, aus welcher Zeit, mit wie vielen Geschossen, welche Zonen gelten, wie viel Geschossfläche ist gebaut und wie viel erlaubt, wie wird geheizt. KI-Werkzeuge mit Fachanbindung liefern das in Minuten aus amtlichen Quellen. «Gebäude im Umkreis» zählt aus dem eidgenössischen Gebäude- und Wohnungsregister Gebäude, Wohnungen, Flächen und Geschosse nach Bauperiode, Kategorie und Status; um die Kannenbühlstrasse in Hochdorf stehen im Umkreis von 150 Metern 87 Gebäude mit 172 Wohnungen und im Mittel 2,6 Geschossen, ein Viertel davon aus der Zwischenkriegszeit. «Quartier in 3D» baut aus Register, Vermessung, Zonenplan und Baureglement ein drehbares Modell des Quartiers heute und im Zieljahr mit Ersatzneubauten nach geltendem Recht, Heizungsumstellung, Photovoltaik und Strassenbäumen und weist die Ausnützungsreserve je Zone aus; um die Schulhausstrasse in Bülach stehen im Umkreis von 250 Metern 216 Gebäude mit 526 Wohnungen, 109'164 Quadratmetern Geschossfläche und 97 Öl- oder Gasheizungen, und die amtliche Zürcher Referenz nennt für die 17 Zonenflächen eine Geschossflächenreserve von 46'360 Quadratmetern oder 82 Prozent des Gebauten. Die kantonale «Quartieranalyse» liefert für jede Zürcher Gemeinde die amtlichen Reserven je Quartier und Zone, für Bülach 345 Quartiere mit 1,24 Millionen Quadratmetern Reserve bei 60 Prozent Ausschöpfung. Dazu kommen Standortanalyse mit Ampel je Thema, Schattenwurf und Höhenprofil. Alles sind Arbeitshilfen mit offengelegten Annahmen: Sie zeigen, was Register und Regeln hergeben, nicht was der Markt baut; die Beurteilung des Quartiers, die Gewichtung und das Leitbild bleiben bei Fachperson und Gemeinde.

Stand: 3. November 2026Autor: Andreas Rupf, Raum- und Stadtplaner, Dozent ETH ZürichErfahrungen aus der Beratungspraxis

Der Bestand aus dem Gebäuderegister

Jede Quartierbetrachtung beginnt mit dem eidgenössischen Gebäude- und Wohnungsregister des Bundesamts für Statistik: Für jedes Gebäude Bauperiode, Kategorie, Status, Geschosse, Fläche, Wohnungen, Heizung. Das Werkzeug «Gebäude im Umkreis» fasst das für einen Radius von 10 bis 500 Metern um eine Adresse, Koordinate oder Parzelle zusammen: Anzahl Gebäude und Wohnungen, Gebäudefläche, mittlere Geschosszahl, Verteilung nach Bauperiode, Kategorie (reine Wohngebäude, Wohngebäude mit Nebennutzung, Gebäude ohne Wohnnutzung, Sonderbauten) und Status, auf Wunsch mit der Gebäudeliste mit Kennung, Adresse, Baujahr und Wohnungen.

Beispiel Hochdorf (Kannenbühlstrasse 15, Radius 150 Meter, Datenstand des Registers 1. November 2026): 87 bestehende Gebäude, 172 Wohnungen, 12'401 Quadratmeter Gebäudefläche, im Mittel 2,6 Geschosse; nach Bauperiode 21 Gebäude aus den Jahren 1919 bis 1945, 14 aus 1946 bis 1960, 8 aus den Sechzigerjahren, 6 aus den Siebzigern, 8 aus 1996 bis 2000, 6 aus 2006 bis 2010 und 6 nach 2015; nach Kategorie 54 reine Wohngebäude mit 165 Wohnungen, 27 Gebäude ohne Wohnnutzung, 3 Wohngebäude mit Nebennutzung, 3 Sonderbauten. In einem Satz: ein gewachsenes Wohnquartier mit viel Bausubstanz aus der Zeit vor 1960 und wenig Geschossen, also mit Erneuerungs- und Verdichtungspotenzial, aber auch mit Eigentümerinnen, die dort seit Jahrzehnten wohnen.

Was das Register kann: Es ist amtlich, flächendeckend und täglich nachgeführt; Bauperioden und Geschosse sind für die Erneuerungsfrage die wichtigsten Grössen. Was es nicht kann: Es kennt keine Eigentümer, keinen Zustand der Gebäude, keine Denkmalpflege, keine Baujahre vor 1919 im Detail, und die Heizungsangaben sind nicht überall aktuell. Für die Planung ist es der Ausgangspunkt, nicht das Urteil.

Die Standortanalyse ergänzt den Bestand um die Ampel je Thema: Planungsrecht, Lärm, Gefahren, Wasser, Natur und Denkmal, belastete Standorte, Verkehr, Energie und Klima, je mit Befund und Quelle als Bericht; das «Höhenprofil» liefert Terrain und Hangneigung aus dem Höhenmodell des Bundes, der «Schattenwurf» die Beschattung der Nachbarn durch ein Vorhaben.

Das Quartier in 3D: heute und im Zieljahr

«Quartier in 3D» baut aus Gebäuderegister, amtlicher Vermessung, Bodenbedeckung, Zonenplan, Baureglement-Korpus, Höhenmodell und ÖV-Güteklassen ein interaktives Modell um eine Adresse: drehbar, mit Zeitachse von heute bis zum Zieljahr, Gebäude anklickbar, die eigene Parzelle rot umrandet. Es zeigt zwei Zustände.

Heute. Gebäude, Wohnungen, Geschossfläche, Grundfläche, mittlere Geschosszahl, Öl- und Gasheizungen, Zonen im Umkreis mit Flächenanteilen; alles aus den amtlichen Quellen, mit Stand.

Szenario im Zieljahr (2035 bis 2100, Standard 2070): Wohnbauten mit Baujahr vor 1985 in Wohn-, Misch- und Zentrumszonen werden mit 50 bis 72 Prozent Wahrscheinlichkeit ersetzt, ältere zuerst; Neubauten erhalten die zulässigen Geschosse des geltenden Baureglements auf gleichem Grundriss, in der Variante «Ausnützung» schöpfen sie die Nutzungsziffer der Zone aus; Öl- und Gasheizungen stellen bis 2040 um; Photovoltaik kommt auf 60 bis 85 Prozent der Dächer; neue Strassenbäume entlang der Quartierstrassen. Auf Wunsch mit ein bis zwei zusätzlichen Geschossen als Aufzonungsannahme und, im Kanton Zürich, mit den Zonen einer öffentlich aufgelegten Revision statt des geltenden Rechts. Kern-, Erhaltungs- und Schutzzonen und Gebäude ohne Reglementseintrag bleiben unverändert.

Ausnützungsreserve je Zone. Das Modell rechnet die Reserve eng: nur Parzellen der beurteilten Wohnbauten, Bestand nach Aussenmass bis zur Vollgeschosszahl, Nutzungsziffer der Zone dagegen. Im Kanton Zürich stellt es die amtliche Referenz daneben: Geschossflächen auf Quartiersebene des Amts für Raumentwicklung, bei denen die maximale Geschossfläche aus Nutzungsziffer mal gesamter Landfläche der Zonenfläche durch 0,8 berechnet wird. Die Kantonszahl ist die Obergrenze der Reserve, die Modellzahl der Teil, den Ersatzneubauten heben könnten.

Was das Modell sagt und was nicht. Es zeigt, was die Regeln zulassen, nicht was der Markt baut; es ist nicht an beobachteten Ersatzneubauraten geeicht, kennt keine Eigentumsverhältnisse, keine Denkmalpflege, keine laufenden Revisionen ausser den aufgelegten und keine Planungsabsicht der Gemeinde. Die Annahmen stehen in jeder Ausgabe. Für die Werkstatt ist es das Bild, das Zahlen anschaulich macht; für den Bericht sind es die Kennzahlen mit Quelle.

Beispiel: Zwei Quartiere, zwei Kantone

Für diese Seite haben wir «Quartier in 3D» mit 250 Metern Radius und Zieljahr 2050 an zwei Adressen laufen lassen (Abfragen 3. November 2026).

Bülach ZH, Schulhausstrasse 20. Heute: 216 Gebäude, 526 Wohnungen, 109'164 Quadratmeter Geschossfläche, 35'421 Quadratmeter Grundfläche, 97 Öl- oder Gasheizungen, mittlere Geschosszahl 3,1. Zonen im Umkreis: vor allem Wohnzonen W 3.0 (70 Gebäude), W 1.6 (52), WG 2.2 (47), W 2.2 (15), WG 3.0A (15), dazu Zonen für öffentliche Bauten und Kernzonen. Szenario 2050: Photovoltaik auf 111 Dächern (15 bestehend laut Bundesregister), 97 neue Strassenbäume, keine Öl- und Gasheizungen mehr; Ersatzneubauten nimmt das Modell keine an, weil das Baureglement von Bülach noch nicht im Korpus erfasst ist, und sagt das. Die amtliche Zürcher Referenz für die 17 Zonenflächen im Umkreis: 54'712 Quadratmeter gebaut, 99'624 maximal, Reserve 46'360 Quadratmeter oder 82 Prozent; je Zone W3b 82 Prozent, W2b 89 Prozent, WG3b 5 Prozent, WG2d und W2d über 100 Prozent, weil dort unbebaute Parzellen mitzählen.

Hochdorf LU, Kannenbühlstrasse 15. Heute: 181 Gebäude, 454 Wohnungen, 96'488 Quadratmeter Geschossfläche, 32'076 Quadratmeter Grundfläche, 68 Öl- oder Gasheizungen, mittlere Geschosszahl 3; Zonen überwiegend Wohnzonen. Szenario 2050: Photovoltaik auf 105 Dächern, 71 Strassenbäume, Heizungen umgestellt; 130 Gebäude ohne Reglementseintrag nicht beurteilt, Ausnützungsreserve mangels Liegenschaftsdaten nicht berechnet. Das Modell ist ausserhalb Zürichs dünner und sagt, wo.

Die kantonale Quartieranalyse für Bülach (Werkzeug «Quartieranalyse», Stichtag 31. Dezember 2025): 345 Quartiere mit Zone, Fläche, Einwohnern, Beschäftigten, gebauter Geschossfläche, Reserve, Ausschöpfungsgrad, ÖV-Güteklasse, Dichten, Haushalten und Belegung. Gesamtgemeinde: 24'410 Einwohner, 11'290 Beschäftigte, 1'848'352 Quadratmeter gebaute Geschossfläche, 1'235'352 Quadratmeter Reserve, Ausschöpfungsgrad 60 Prozent. Ein Quartier in der Kernzone mit 1'120 Quadratmetern hat 10 Einwohner, 30 Beschäftigte, 89 Prozent Ausschöpfung und ÖV-Güteklasse B. Das ist die Zahl, gegen die Bauzonenkapazität und Variantenvergleich geeicht werden.

Beide Beispiele sind echte Abfragen an echten Adressen mit öffentlichen Daten; sie enthalten keine Personendaten und keine Vorhaben.

Regeln für die Arbeit mit Quartierzahlen

Radius mit Bedacht. 150 Meter für die Nachbarschaft einer Parzelle, 250 bis 400 für ein Quartier, 800 für ein Ortsteilbild; Zahlen je Radius sind nicht vergleichbar.

Bestand vor Szenario. Die heutigen Kennzahlen sind amtlich; das Szenario ist eine Regelprojektion mit Annahmen. In Berichten werden beide getrennt ausgewiesen, das Szenario mit seinen Annahmen.

Reserve ist nicht Potenzial. Die Ausnützungsreserve sagt, was die Zone erlaubt; mobilisiert wird ein Teil, abhängig von Eigentum, Alter, Markt und Denkmalpflege. Die Mobilisierungsrate der Bauzonenkapazität und die Zonenfaktoren der kantonalen Methodik bleiben massgebend.

Amtliche Referenz zuerst. Im Kanton Zürich gilt die Quartieranalyse des Amts für Raumentwicklung als Referenz; das Modell wird daran gemessen, nicht umgekehrt. In anderen Kantonen liefern Nutzungsreserven und Bauzonenstatistik die Referenz.

Lücken benennen. Fehlt das Baureglement im Korpus oder sind Liegenschaften nicht verfügbar, sagt das Werkzeug es; der Bericht übernimmt den Hinweis statt die Lücke zu füllen. Gemeinden können ihr Reglement erfassen lassen.

Keine Personendaten. Register, Vermessung und Zonen sind Sachdaten; Eigentümer und Bewohnende gehören nicht in die Analyse, auch nicht über die Gebäudeliste.

Bild und Zahl zusammen. Das 3D-Modell ist für Werkstatt und Gemeinderat, die Kennzahlen für Bericht und Abwägung; beides trägt Quelle und Stand. Der Variantenvergleich zeigt, was eine bestimmte Dichte im Quartier bedeutet, die Zonenplanänderung, was eine neue Zone bewirkt.

Keine Planungsabsicht. Ein Szenario ist keine Absicht der Gemeinde und wird nicht als solche kommuniziert; wer es in der Mitwirkung zeigt, sagt, dass es die Regeln abbildet, nicht einen Plan.

Zehn Punkte für eine Quartieranalyse mit Werkzeugen

Für Leitbild, Gestaltungsplan, Arealentwicklung oder Erneuerungsstrategie:

  • Perimeter und Radius festgelegtAdresse, Koordinate oder Parzellen; Radius passend zur Frage, einheitlich für alle Zahlen.
  • Bestand aus dem RegisterGebäude, Wohnungen, Geschosse, Bauperioden, Kategorien mit Datenstand; Gebäudeliste nur wenn nötig.
  • Zonen und Masse geklärtZonen im Umkreis mit Anteilen; Masse aus dem Baureglement-Korpus; fehlende Reglemente benannt.
  • Reserve mit ReferenzAusnützungsreserve je Zone; im Kanton Zürich gegen die amtliche Quartieranalyse geprüft, sonst gegen Nutzungsreserven.
  • Szenario mit AnnahmenZieljahr, Ersatzneubauvariante, Aufzonungsannahme, Rechtsstand; Annahmen im Bericht genannt.
  • Energie und HeizungenÖl- und Gasheizungen heute, Umstellungspfad, Photovoltaik; Lücken des Bundesregisters benannt.
  • Standortampel gelesenPlanungsrecht, Lärm, Gefahren, Wasser, Natur, Altlasten, Verkehr; Befunde mit Quelle.
  • Terrain und Schatten, wo relevantHöhenprofil für Hanglagen; Schattenwurf für Verdichtungsvarianten gegenüber Nachbarn.
  • Keine PersonendatenEigentümer und Bewohnende nicht erhoben; Sachdaten genügen.
  • Bild und Zahl getrennt ausgewiesen3D-Modell für die Werkstatt, Kennzahlen mit Quelle und Stand für Bericht und Abwägung; Mobilisierung über die Bauzonenkapazität.

Beispiel Bülach und Hochdorf: Quartierkennzahlen im Umkreis von 250 Metern

Werkzeug «Quartier in 3D», Zieljahr 2050, Abfragen 3. November 2026; Bestand aus Gebäuderegister und Vermessung:

KennzahlBülach ZH, Schulhausstrasse 20Hochdorf LU, Kannenbühlstrasse 15
Gebäude heute216181
Wohnungen heute526454
Geschossfläche heute109'164 m²96'488 m²
Grundfläche heute35'421 m²32'076 m²
Mittlere Geschosszahl3,13
Öl- und Gasheizungen heute9768
Zonen im Umkreis (häufigste)W 3.0 (70 Gebäude), W 1.6 (52), WG 2.2 (47)Wohnzonen (140 Gebäude), Kern- und Zentrumszone (17), öffentliche Zone (10)
Amtliche Reserve (Kanton ZH, 17 Zonenflächen)46'360 m² = 82 % des Gebauten; W3b 82 %, W2b 89 %, WG3b 5 %nicht verfügbar; Modellreserve mangels Liegenschaftsdaten nicht berechnet
Szenario 2050: Photovoltaik, Strassenbäume111 Dächer (15 bestehend), 97 Bäume105 Dächer (26 bestehend), 71 Bäume
Ersatzneubauten im Szenariokeine angenommen: Baureglement Bülach nicht im Korpuskeine: 130 Gebäude ohne Reglementseintrag nicht beurteilt

SPEKTRUM MCP «Quartier in 3D», Abfragen 3. November 2026; Quellen GWR (BFS), amtliche Vermessung, Nutzungsplanung der Kantone, Baureglement-Korpus, ÖV-Güteklassen ARE, Kanton Zürich ARE Geschossflächen auf Quartiersebene (OGD 454, Stand 2025). Arbeitshilfe nach geltendem Recht, kein Marktszenario.

Quartieranalyse in sechs Schritten

Für ein Büro, das ein Quartier für Leitbild, Gestaltungsplan oder Erneuerungsstrategie beurteilt:

  1. Frage und Perimeter Was soll das Quartier leisten: Verdichtung, Erneuerung, Energie, Freiraum; Adresse oder Parzellen, Radius.
  2. Bestand erheben «Gebäude im Umkreis» für Register-Kennzahlen; «Standortanalyse» für die Ampel je Thema; «Höhenprofil» bei Hanglagen.
  3. Zonen, Masse, Reserve «Quartier in 3D» für Zonen, Geschossfläche und Reserve je Zone; im Kanton Zürich «Quartieranalyse» als amtliche Referenz; fehlende Reglemente benennen.
  4. Szenario rechnen Zieljahr, Ersatzneubauvariante, Aufzonungsannahme, Rechtsstand; Modell für die Werkstatt, Kennzahlen für den Bericht.
  5. Varianten und Folgen Variantenvergleich für Dichten im Schlüsselgebiet, Zonenplanänderung für neue Zonen, Schattenwurf für die Nachbarn, Bauzonenkapazität für die Gemeindebilanz.
  6. In Bericht und Werkstatt Kennzahlen mit Quelle und Stand im Planungsbericht; 3D-Modell und Karten in der Werkstatt; Annahmen genannt, keine Planungsabsicht behauptet.

Warum SPEKTRUM das Quartier in 3D zeigt

Andreas Rupf, Dozent im MAS und CAS in Raumentwicklung an der ETH Zürich, hat als Raum- und Stadtplaner Werkstätten geleitet, in denen Zahlen zur Verdichtung niemanden überzeugten, bis jemand ein Modell auf den Tisch stellte. SPEKTRUM führt heute keine Planungsmandate mehr, hat aber aus dieser Erfahrung das Werkzeug gebaut, das aus amtlichen Daten in Minuten ein drehbares Quartier macht, heute und im Zieljahr, und die Zahlen dazu liefert.

«Quartier in 3D» im SPEKTRUM MCP verbindet das Gebäuderegister des Bundes, die amtliche Vermessung und Bodenbedeckung, die harmonisierte Nutzungsplanung der Kantone, den Baureglement-Korpus mit 2'078 Gemeinden, das Höhenmodell und die ÖV-Güteklassen; im Kanton Zürich zusätzlich die Zonen aufgelegter Revisionen und die Geschossflächen auf Quartiersebene des Amts für Raumentwicklung als amtliche Referenz. «Gebäude im Umkreis», «Quartieranalyse», «Standortanalyse», «Höhenprofil» und «Schattenwurf» ergänzen es. Alle Werkzeuge legen ihre Annahmen offen und sagen, wo Daten fehlen: Für Bülach fehlt das Baureglement im Korpus, für Hochdorf die Liegenschaftsdaten für die Reserve; beides steht in der Ausgabe statt in einer stillen Schätzung.

In Werkstätten wirkt das Modell, weil es den Bestand zeigt, den alle kennen, und daneben, was die geltenden Regeln zulassen: nicht mehr und nicht weniger. Die Diskussion über Dichte beginnt dann bei den Regeln, nicht bei Befürchtungen. Die Innovation-Sandbox für KI des Kantons Zürich begleitet SPEKTRUM dabei, solche Modelle mit Behörden zu prüfen und ihre Grenzen zu dokumentieren.

Häufige Fragen

Woher stammen die Zahlen der Quartieranalyse?

Aus amtlichen Quellen: dem Gebäude- und Wohnungsregister des Bundesamts für Statistik (Gebäude, Wohnungen, Geschosse, Bauperioden, Heizungen), der amtlichen Vermessung (Parzellen, Bodenbedeckung), der harmonisierten Nutzungsplanung der Kantone (Zonen), dem Baureglement-Korpus (Masse), dem Höhenmodell und den ÖV-Güteklassen des Bundes; im Kanton Zürich zusätzlich aus der Quartieranalyse des Amts für Raumentwicklung mit Geschossflächen und Reserven je Quartier und Zone. Jede Ausgabe nennt Quelle und Stand.

Was bedeutet die Ausnützungsreserve?

Die Differenz zwischen der Geschossfläche, die die Zone erlaubt, und der gebauten; das Modell rechnet sie eng für die Parzellen der beurteilten Wohnbauten, der Kanton Zürich amtlich für ganze Zonenflächen inklusive unbebauter Parzellen, weshalb dort Werte über 100 Prozent vorkommen. Die Reserve ist eine Obergrenze, kein Potenzial: Mobilisiert wird ein Teil, abhängig von Eigentum, Alter, Markt und Denkmalpflege. Für die Gemeindebilanz nach Art. 15 RPG mit Mobilisierungsrate und Horizont ist die Bauzonenkapazität zuständig.

Was zeigt das Szenario im Zieljahr?

Was die geltenden Regeln zulassen würden: Wohnbauten von vor 1985 werden mit 50 bis 72 Prozent Wahrscheinlichkeit ersetzt, ältere zuerst, Neubauten erhalten die zulässigen Geschosse oder in der Variante Ausnützung die Nutzungsziffer der Zone; Heizungen stellen bis 2040 um, Photovoltaik kommt auf 60 bis 85 Prozent der Dächer, Strassenbäume dazu; auf Wunsch mit ein bis zwei zusätzlichen Geschossen. Es ist nicht an beobachteten Ersatzneubauraten geeicht, kennt keinen Markt, kein Eigentum und keine Planungsabsicht der Gemeinde; die Annahmen stehen in der Ausgabe.

Funktioniert das ausserhalb des Kantons Zürich?

Ja, mit Abstrichen: Der Bestand aus Register und Vermessung ist schweizweit vollständig, die Zonen kommen aus der harmonisierten Nutzungsplanung der Kantone, die Masse aus dem Baureglement-Korpus für 2'078 Gemeinden. Die amtliche Reserve auf Quartiersebene und die Zonen aufgelegter Revisionen gibt es nur in Zürich; wo Liegenschaftsdaten oder Reglemente fehlen, sagt das Werkzeug es, wie im Beispiel Hochdorf. Für die Reserve ausserhalb Zürichs helfen die Werkzeuge für Nutzungsreserven und Bauzonenstatistik.

Dürfen wir das Modell in der Mitwirkung zeigen?

Ja, mit zwei Sätzen dazu: Es bildet die geltenden Regeln ab, nicht eine Absicht der Gemeinde, und es enthält keine Personendaten; Register, Vermessung und Zonen sind Sachdaten, Eigentümer und Bewohnende kommen nicht vor. In Werkstätten hilft es, die Diskussion von Befürchtungen auf die Regeln zu lenken: Was heute erlaubt ist, was eine Aufzonung ändern würde, wo die Reserve liegt. Die Kennzahlen gehen mit Quelle und Stand in den Planungsbericht, das Bild in die Präsentation.

Was kann die Quartieranalyse nicht?

Sie kennt weder Eigentum noch Zustand der Gebäude, weder Denkmalpflege noch Marktlage, und ihr Szenario ist eine Regelprojektion, keine Prognose. Sie ersetzt keinen Augenschein, keine Gespräche mit Eigentümerinnen und keine städtebauliche Beurteilung. Was sie kann, ist den Bestand vollständig und amtlich auf den Tisch zu legen und die Regeln anschaulich zu machen; die Beurteilung, die Gewichtung und das Leitbild bleiben bei Fachperson und Gemeinde.

Quellen

Diese Seite gibt Erfahrungen aus der Beratungs- und Entwicklungspraxis von SPEKTRUM wieder. Funktionen, Verträge und Preise der genannten Anbieter ändern sich; massgebend sind deren aktuelle Bedingungen und bei Personendaten das anwendbare Datenschutzrecht. Keine Rechtsberatung.

Weiterlesen

Werkzeug

Quartier in 3D und Quartieranalyse im SPEKTRUM MCP

Bestand, Reserve und Szenario eines Quartiers in Minuten, als Zahl und als Bild; Annahmen offen, Beurteilung bei Ihnen.

Angebot

Schulung für Planungsbüros

Zwei Halbtage am eigenen Arbeitsplatz: Quartieranalyse, Varianten und Bericht an einem Gebiet Ihres Büros.