KI im Planungsbüro
Varianten und Dichte mit KI vergleichen: Welche Dichte passt in ein Gebiet? Einwohner, Arbeitsplätze, Bedarfsdeckung, Parkierung und RPG-Ziele je Variante
Welche Dichte in ein Gebiet passt, entscheidet die Gemeinde in der Interessenabwägung; was jede Dichte bedeutet, lässt sich rechnen. Ein Variantenvergleich stellt bis zu acht Dichtevarianten eines Perimeters mit denselben Annahmen nebeneinander: Geschossfläche, Einwohner und Beschäftigte, Raumnutzer je Hektare, Beitrag an den Mehrbedarf der Gemeinde bis zum Zieljahr, Parkierungsbedarf nach VSS-Norm, Konformität mit der Regelbauweise der Zone und die Ziele des RPG zu Innenentwicklung, Verdichtung und Zuordnung von Wohnen und Arbeiten. Im Beispiel eines fiktiven Areals von 8'000 Quadratmetern in der Wohnzone B von Hochdorf mit heute 20 Einwohnern liefert das Werkzeug «Varianten vergleichen» des SPEKTRUM MCP für drei Varianten mit Geschossflächenziffer 0,6, 0,9 und 1,2: 4'800, 7'200 und 9'600 Quadratmeter Geschossfläche, 62, 85 und 102 Einwohner plus 0, 9 und 28 Beschäftigte, 78, 118 und 163 Raumnutzer je Hektare, 2,6, 4,0 und 5,1 Prozent des Mehrbedarfs von 1'615 Einwohnern bis 2039 nach BFS-Szenario, 48, 74 und 103 Parkfelder. Jede Variante trägt Stärken, Schwächen und Hinweise mit Rechtsgrundlage: Innenverdichtung erfüllt, Parkierungsdruck als Schwäche, Bedarfsdeckung nur gesamtgemeindlich beurteilbar. Die Annahmen (55 Quadratmeter Geschossfläche je Einwohner, Mobilisierungsrate 0,7, 40 Quadratmeter je Beschäftigten) sind offengelegt und überschreibbar. Mit Parzellen liefert das Werkzeug Karten und auf Wunsch eine 3D-Volumenstudie; das Ergebnis geht als Grundlage in den Planungsbericht und in die Interessenabwägung. Die Gewichtung der Kriterien bleibt Sache der Gemeinde.
Warum die Dichtefrage Zahlen braucht
In jeder Ortsplanung, jedem Gestaltungsplan und jeder Aufzonung steht dieselbe Frage: Wie dicht? Die Antwort fällt in Werkstätten und Gemeinderäten oft nach Gefühl, mit Referenzbildern und Adjektiven: «massvoll», «ortsverträglich», «zu städtisch». Das Bundesgericht und die Genehmigungsbehörden verlangen anderes: Die Verdichtung nach innen ist Ziel des RPG (Art. 1 Abs. 2 Bst. a bis, Art. 3 Abs. 3 Bst. a bis), die Bauzonen müssen dem Bedarf für fünfzehn Jahre entsprechen (Art. 15), und die Wahl der Dichte ist eine Interessenabwägung nach Art. 3 RPV, die begründet werden muss. Begründen lässt sich nur, was man beziffert hat.
Was ein Variantenvergleich leistet: Er macht Varianten vergleichbar, indem er sie mit denselben Annahmen rechnet. Eine Variante mit Geschossflächenziffer 0,9 ist nicht «dichter» als eine mit 0,6, sie bringt eine bestimmte Zahl Einwohner und Beschäftigte, deckt einen bestimmten Anteil des Bedarfs, braucht eine bestimmte Zahl Parkfelder und erfüllt oder verfehlt bestimmte Regeln. Mit diesen Zahlen wird aus «zu dicht» eine Aussage: «Variante 3 bringt 102 Einwohner statt 62, aber 103 Parkfelder statt 48, und das Gebiet hat ÖV-Güteklasse D.»
Was er nicht leistet: Er sagt nicht, welche Variante richtig ist. Die Gewichtung von Wohnraum gegen Ortsbild, von Bedarfsdeckung gegen Verkehr ist die Abwägung der Gemeinde. Der Vergleich liefert die Fakten dafür, markiert Stärken und Schwächen mit Rechtsgrundlage und überlässt die Rangfolge der Fachperson, die auf Wunsch eine Gewichtung vorgibt.
Für wen: Planungsbüros für Leitbild, Gestaltungsplan und Planungsbericht; Gemeinden für Werkstätten und Entscheide; Bauherrschaften für die Machbarkeit vor dem Wettbewerb; kantonale Fachstellen für die Prüfung von Dichtevorgaben. Die Werkzeuge sind dieselben, die Gewichtung ist jeweils eine andere.
Die Kennzahlen und Regeln des Vergleichs
Geschossfläche. Aus Dichte und anrechenbarer Fläche: Geschossflächenziffer mal Fläche, oder Überbauungsziffer mal Vollgeschosse, oder direkt als Quadratmeter. Davon der Bestand, das Potenzial und das mit der Mobilisierungsrate realisierbare Mass.
Einwohner und Beschäftigte. Aus der realisierbaren Geschossfläche und dem Nutzungsmix: 55 Quadratmeter Geschossfläche je Einwohner als Standardwert der Kapazitätsmethodik (kantonale Werte liegen zwischen 45 und 65), 40 je Beschäftigten in Dienstleistung, 60 im Verkauf, 100 in Gewerbe und Industrie als Annahme. Alle Werte sind überschreibbar und werden offengelegt.
Raumnutzer je Hektare. Einwohner plus Beschäftigte je Hektare, die Masszahl der kantonalen Richtpläne für Mindestdichten; mit dem Richtwert aus dem Richtplan wird daraus ein Befund erfüllt oder nicht erfüllt.
Bedarfsdeckung. Zuwachs an Einwohnern gegen den Mehrbedarf der Gemeinde bis zum Zieljahr aus Bevölkerungsstand und kantonalem BFS-Szenario; bei Teilgebieten nur ein Hinweis, weil die Bilanz nach Art. 15 RPG gesamtgemeindlich geführt wird.
Parkierung. Grenzbedarf nach VSS 40 281 aus der massgebenden Geschossfläche und dem Standorttyp oder der ÖV-Güteklasse; mehr als 0,6 Parkfelder je Raumnutzer gilt als Schwäche, weil Fläche und Verkehr folgen.
Konformität. Dichte gegen die Regelbauweise der Zone aus dem Baureglement-Korpus: konform, Aufzonung oder Sondernutzungsplan nötig, oder nicht prüfbar, wenn das Reglement ein anderes Dichtemass führt als die Variante (im Beispiel führt Hochdorf die Überbauungsziffer, die Varianten die Geschossflächenziffer; wer die Zone prüfen will, rechnet in der Ziffer des Reglements).
RPG-Prüfung. Je Variante die Ziele des RPG: Innenentwicklung (Lage in der Bauzone, Verdichtungsfaktor gegenüber Bestand), bessere Nutzung ungenügend genutzter Flächen (Ausschöpfung der zulässigen Dichte, Raumnutzerdichte), Zuordnung von Wohnen und Arbeiten und ÖV-Erschliessung (Art. 3 Abs. 3 Bst. a).
Elf Regeln erzeugen Stärken, Schwächen und Hinweise mit Rechtsgrundlage und Schwelle: Bedarfsdeckung, Mindestdichte, Regelbauweise, Ausschöpfung, Raumnutzerdichte, Verdichtungsfaktor, Nutzungsmischung, Parkierung, Realisierbarkeit, Lärmempfindlichkeit, Nullvariante. Die Nullvariante ist immer dabei: Sie hat die Stärke «kein Eingriff» und die Schwäche «kein Beitrag an den Mehrbedarf» und ist die Referenz der Abwägung (Art. 2 Abs. 1 Bst. b RPV).
Beispiel: Drei Varianten für ein Areal in Hochdorf
Für diese Seite haben wir ein fiktives Areal von 8'000 Quadratmetern anrechenbarer Fläche in der Wohnzone B von Hochdorf durch das Werkzeug «Varianten vergleichen» laufen lassen, innerhalb der Bauzone, heute mit 1'500 Quadratmetern Geschossfläche und 20 Einwohnern, Standorttyp D. Drei Varianten: V1 «Bestand plus» mit Geschossflächenziffer 0,6 und reinem Wohnen, V2 «Verdichtung» mit 0,9 und zehn Prozent Arbeiten, V3 «Zentrumsdichte» mit 1,2 und zwanzig Prozent Arbeiten. Mobilisierungsrate 0,7, Horizont fünfzehn Jahre. Das Ergebnis vom 1. November 2026:
- Prognose: Hochdorf wächst nach dem mittleren BFS-Szenario von 10'067 auf 11'682 Einwohner bis 2039, Mehrbedarf 1'615 Einwohner; Quelle BFS STATPOP und Szenario, orientierend.
- V1: 4'800 Quadratmeter Geschossfläche, 42 zusätzliche Einwohner (62 total), 77,5 Raumnutzer je Hektare, 2,6 Prozent des Mehrbedarfs, 48 Parkfelder (0,77 je Raumnutzer), Verdichtungsfaktor 3,2.
- V2: 7'200 Quadratmeter, 65 zusätzliche Einwohner und 9 Beschäftigte (94 Raumnutzer), 117,5 je Hektare, 4,0 Prozent, 74 Parkfelder (0,79), Faktor 4,8.
- V3: 9'600 Quadratmeter, 82 zusätzliche Einwohner und 28 Beschäftigte (130 Raumnutzer), 162,5 je Hektare, 5,1 Prozent, 103 Parkfelder (0,80), Faktor 6,4.
- Stärken und Schwächen: Alle drei erfüllen das Ziel der Innenentwicklung mit wesentlicher Verdichtung gegenüber dem Bestand (Art. 1 Abs. 2 Bst. a bis RPG); alle drei tragen die Schwäche Parkierungsdruck über 0,6 Parkfeldern je Raumnutzer (VSS 40 281, orientierend); die Bedarfsdeckung ist bei einem Teilgebiet nur ein Hinweis (Art. 15 RPG). V2 und V3 erfüllen die Zuordnung von Wohnen und Arbeiten, V1 ist monofunktional; die ÖV-Erschliessung mit Standorttyp D ist bei allen nur teilweise erfüllt.
- Konformität: nicht prüfbar, weil das Reglement von Hochdorf die Überbauungsziffer führt und die Varianten in Geschossflächenziffer formuliert sind; der Vergleich listet dafür die Sonderregeln der Zone (Grenzabstand nach Art. 8 Abs. 3, Abgrabungen, Terrassenhäuser, Zusatzziffer für Nebenbauten). Wer die Zonenkonformität prüfen will, gibt die Varianten als Überbauungsziffer mit Vollgeschossen ein.
- Rangfolge je Kriterium: Einwohner, Raumnutzerdichte und Bedarfsdeckung führen zu V3, Parkfelder je Raumnutzer zu V1; eine Gesamtrangfolge bildet das Werkzeug nur mit expliziter Gewichtung, weil die Gewichtung Interessenabwägung ist.
Das Beispiel ist erfunden, die Rechnung echt. Mit Parzellen statt einer Flächenangabe liefert das Werkzeug die Fläche aus der amtlichen Vermessung, Karten mit Dichteklassen und auf Wunsch eine 3D-Volumenstudie mit Geschossen, Attika, Grenzabständen und Aufstockung des Bestands. In der Werkstatt zeigt das, was 0,9 bedeutet, besser als jede Zahl.
Grenzen, Annahmen und der Weg in die Abwägung
Annahmen sind Annahmen. Geschossfläche je Einwohner, je Beschäftigten, Mobilisierungsrate, Anteil der massgebenden Geschossfläche, Realisierungshorizont: Das Werkzeug nimmt Standardwerte der Kapazitätsmethodik und legt sie offen. Kantone haben eigene Werte; bei der Umsetzung werden sie eingesetzt, und der Planungsbericht nennt sie.
Teilgebiet gegen Gemeinde. Die Bedarfsbilanz nach Art. 15 RPG gilt für die ganze Gemeinde; ein Areal deckt nur einen Anteil. Der Vergleich sagt das und zeigt den Anteil; die Bilanz kommt aus der Bauzonenkapazität der Gemeinde.
Dichtemass der Zone. Geschossflächenziffer, Ausnützungsziffer oder Überbauungsziffer mit Geschossen: Konformität lässt sich nur im Mass des Reglements prüfen. Der Nutzungsziffern-Rechner rechnet um; der Vergleich wird in der Ziffer der Zone geführt.
Orientierende Normen. Der Parkierungsbedarf folgt VSS 40 281 und regionalen Reduktionsbereichen; massgebend sind Norm-Tabellen und das kommunale Parkplatzreglement.
Keine Gestaltung. Der Vergleich kennt Zahlen, nicht Qualität: Ortsbild, Freiraum, Besonnung, Architektur sind Gegenstand von Wettbewerb und Gestaltungsplan. Die 3D-Volumenstudie zeigt Volumen, keine Entwürfe.
Der Weg in die Abwägung: Der Vergleich geht als Ganzes in den Planungsbericht nach Art. 47 RPV (Kapitel Varianten und Begründung der gewählten Dichte) und als Faktengrundlage in die Interessenabwägung mit Agenten, wo Pro und Contra mit den Zahlen argumentieren und die Gemeinde gewichtet. Das Werkzeug «Planungsbericht Art. 47» übernimmt die Ausgabe direkt. So wird aus «massvoll» eine begründete Zahl, die vor Genehmigungsbehörde und Gericht Bestand hat.
Zehn Punkte für einen belastbaren Variantenvergleich
Bevor die Zahlen in Werkstatt, Bericht oder Abwägung gehen:
- Perimeter mit ParzellenFläche aus der amtlichen Vermessung statt Schätzung; Lage innerhalb oder ausserhalb der Bauzone; Bestand an Geschossfläche, Einwohnern, Beschäftigten.
- Nullvariante dabeiReferenz für die Abwägung: kein Eingriff, kein Beitrag.
- Zwei bis vier echte VariantenUnterschiedliche Dichten und Nutzungsmixe, die in der Werkstatt diskutiert werden; nicht acht Varianten derselben Idee.
- Dichte im Mass der ZoneGeschossflächenziffer, Ausnützungsziffer oder Überbauungsziffer mit Geschossen, wie das Reglement sie führt; Zone angegeben.
- Standorttyp oder ÖV-GüteklasseFür die Parkierung massgebend; aus dem Werkzeug oder dem kommunalen Reglement.
- Kantonale Parameter eingesetztGeschossfläche je Einwohner und Beschäftigten, Mobilisierungsrate, Richtwert Raumnutzerdichte aus dem Richtplan.
- Prognose und Zieljahr geprüftBFS-Szenario, Basisjahr, Anteil des Perimeters am Mehrbedarf; Bilanz gesamtgemeindlich aus der Bauzonenkapazität.
- Stärken und Schwächen gelesenJe Variante mit Rechtsgrundlage und Schwelle; was als Schwäche markiert ist, wird in der Abwägung behandelt.
- Gewichtung bewusst gesetztGesamtrangfolge nur mit expliziter Gewichtung der Gemeinde; sonst Rangfolge je Kriterium.
- Annahmen im Bericht genanntParameter, Quellen, Stand und Verbindlichkeit im Planungsbericht; Karten und 3D als Anhang.
Beispiel Hochdorf: drei Varianten und Nullvariante
Fiktives Areal, 8'000 m² anrechenbare Fläche, Wohnzone B, Standorttyp D, Mobilisierungsrate 0,7; Werkzeug «Varianten vergleichen», 1. November 2026:
| Variante | Dichte | Geschossfläche m² | Einwohner / Beschäftigte | Raumnutzer je ha | Anteil Mehrbedarf | Parkfelder |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Nullvariante | Bestand (GFZ 0,19) | 1'500 | 20 / 0 | 25 | 0 % | – |
| V1 Bestand plus | GFZ 0,6, 100 % Wohnen | 4'800 | 62 / 0 | 77,5 | 2,6 % | 48 (0,77 je RN) |
| V2 Verdichtung | GFZ 0,9, 90 % Wohnen, 10 % Arbeiten | 7'200 | 85 / 9 | 117,5 | 4,0 % | 74 (0,79 je RN) |
| V3 Zentrumsdichte | GFZ 1,2, 80 % Wohnen, 20 % Arbeiten | 9'600 | 102 / 28 | 162,5 | 5,1 % | 103 (0,80 je RN) |
SPEKTRUM MCP «Varianten vergleichen», Abfrage 1. November 2026; Prognose BFS STATPOP und Szenario mittel (Hochdorf 10'067 → 11'682 Einwohner bis 2039, Mehrbedarf 1'615); Annahmen 55 m² BGF je Einwohner, 40 m² je Beschäftigten, Mobilisierungsrate 0,7; Parkierung orientiert an VSS 40 281. Orientierend; Gewichtung ist Interessenabwägung.
Variantenvergleich in sechs Schritten
Für ein Gebiet im Leitbild, einen Gestaltungsplan oder eine Aufzonung:
- Perimeter und Bestand erfassen Parzellen oder Fläche, Lage, Bestand an Geschossfläche, Einwohnern und Beschäftigten; Zone und Dichtemass aus dem Baureglement.
- Varianten definieren Nullvariante plus zwei bis vier Varianten mit Dichte, Nutzungsmix, Dachform, Standorttyp; mit Baukörper für die 3D-Studie.
- Parameter setzen Kantonale Werte für Geschossfläche je Person, Mobilisierungsrate, Richtwert Raumnutzerdichte aus dem Richtplan, Prognoseszenario und Zieljahr.
- Rechnen und lesen Vergleichstabelle, Rangfolge je Kriterium, Stärken, Schwächen und Hinweise mit Rechtsgrundlage, Konformität, RPG-Prüfung, Karten.
- In der Werkstatt zeigen 3D-Volumen und Kennzahlen nebeneinander; Diskussion über Zahlen statt Adjektive; Gewichtung der Gemeinde festhalten.
- In Bericht und Abwägung übernehmen Ausgabe an das Werkzeug «Planungsbericht Art. 47» übergeben; Faktengrundlage für die Interessenabwägung mit Agenten; Annahmen und Quellen nennen.
Aus der Praxis
Warum SPEKTRUM den Variantenvergleich gebaut hat
Andreas Rupf hat als Raum- und Stadtplaner Werkstätten geleitet, in denen über Dichte mit Referenzbildern gestritten wurde, und als Dozent im MAS und CAS in Raumentwicklung an der ETH Zürich gelehrt, dass die Wahl der Dichte eine begründungspflichtige Abwägung ist. SPEKTRUM führt heute keine Planungsmandate mehr, hat aber aus dieser Erfahrung ein Werkzeug gebaut, das die Dichtefrage in Zahlen übersetzt, bevor sie politisch wird.
«Varianten vergleichen» im SPEKTRUM MCP rechnet bis zu acht Varianten eines Perimeters mit derselben Kapazitätsmethodik wie das Werkzeug für die Bauzonenkapazität, holt die Prognose aus den BFS-Daten, die Zone aus dem Baureglement-Korpus mit 2'078 Gemeinden, den Parkierungsbedarf nach VSS-Norm und prüft elf Regeln mit Schwellen und Rechtsgrundlagen. Mit Parzellen liefert es Karten mit Dichteklassen, mit Baukörperangaben eine 3D-Volumenstudie, die Geschosse, Attika, Grenzabstände und die Aufstockung des Bestands zeigt; das Nachbarquartier kommt aus dem Werkzeug «Quartier 3D». Die Ausgabe geht direkt in den Planungsbericht nach Art. 47 RPV. Alle Annahmen sind offengelegt, alle Befunde orientierend, und eine Gesamtrangfolge entsteht nur, wenn die Gemeinde gewichtet.
In Werkstätten verändert ein solcher Vergleich die Diskussion: Wenn drei Varianten mit Einwohnern, Parkfeldern und Raumnutzerdichte auf dem Tisch liegen, redet niemand mehr über «zu städtisch», sondern über 103 Parkfelder bei ÖV-Güteklasse D. Die Gewichtung wird dadurch nicht einfacher, aber ehrlicher, und sie lässt sich im Bericht begründen. Die Innovation-Sandbox für KI des Kantons Zürich begleitet SPEKTRUM dabei, solche Werkzeuge mit Behörden zu prüfen.
Häufige Fragen
Entscheidet das Werkzeug, welche Dichte richtig ist?
Nein. Es rechnet, was jede Variante bedeutet: Geschossfläche, Einwohner und Beschäftigte, Raumnutzerdichte, Bedarfsdeckung, Parkierung, Konformität und RPG-Ziele, mit Stärken und Schwächen je Variante und Rechtsgrundlage. Eine Gesamtrangfolge bildet es nur, wenn die Gemeinde die Kriterien gewichtet, weil diese Gewichtung die Interessenabwägung nach Art. 3 RPV ist. Die Entscheidung bleibt bei Gemeinde und Fachperson; der Vergleich macht sie begründbar.
Woher kommen die Annahmen?
Aus der Kapazitätsmethodik, die auch der Bauzonenkapazität zugrunde liegt: 55 Quadratmeter Geschossfläche je Einwohner als Standard innerhalb der kantonalen Spannweite von 45 bis 65, 40, 60 und 100 Quadratmeter je Beschäftigten nach Branche als Annahme, Mobilisierungsrate 0,7, Realisierungshorizont fünfzehn Jahre; die Prognose aus BFS-Bevölkerungsstand und kantonalem Szenario, der Parkierungsbedarf orientiert an VSS 40 281. Alle Werte sind überschreibbar und werden in der Ausgabe genannt; bei der Umsetzung setzt das Büro die kantonalen Werte ein.
Warum ist die Konformität im Beispiel nicht prüfbar?
Weil das Reglement von Hochdorf die Dichte als Überbauungsziffer führt und die Beispielvarianten als Geschossflächenziffer formuliert sind; das Werkzeug rechnet nicht eigenmächtig um, sondern sagt, dass die Masse nicht vergleichbar sind, und listet die Sonderregeln der Zone. Wer die Zonenkonformität prüfen will, formuliert die Varianten im Mass des Reglements, hier als Überbauungsziffer mit Vollgeschossen; der Nutzungsziffern-Rechner hilft bei der Umrechnung. Dann wird je Variante konform, Aufzonung nötig oder Sondernutzungsplan nötig ausgewiesen.
Was bringt die 3D-Volumenstudie?
Sie übersetzt Dichte in Volumen: Für jede Variante entstehen Baukörper auf den Parzellen mit Geschossen, Geschosshöhen, Attika, Grenzabständen und auf Wunsch der Aufstockung des Bestands, mit dem Nachbarquartier aus dem Werkzeug «Quartier 3D». In der Werkstatt sehen Gemeinderat und Bevölkerung, was Geschossflächenziffer 0,9 an dieser Stelle heisst. Die Studie zeigt Volumen, keine Architektur; Gestaltung bleibt Sache von Wettbewerb und Gestaltungsplan. Die Darstellung ist orientierend.
Wie geht der Vergleich in den Planungsbericht?
Die Ausgabe des Vergleichs wird dem Werkzeug «Planungsbericht Art. 47» als Variantenteil übergeben; es füllt damit die Kapitel zu den Varianten und zur Begründung der gewählten Dichte, mit Annahmen, Quellen und Stand. Die Kapazitätsrechnung je Variante ist kompatibel mit der Bauzonenkapazität der Gemeinde. In der Interessenabwägung mit Agenten dienen die Zahlen als Faktengrundlage, mit der Pro und Contra argumentieren; die Gemeinde gewichtet und beschliesst.
Eignet sich der Vergleich auch für Einzonungen?
Ja, mit der Lage «Einzonung»: Dann gelten die Regeln zur Bedarfsdeckung strenger, weil eine Einzonung nur zulässig ist, wenn der Bedarf nicht innerhalb der Bauzone gedeckt werden kann (Art. 15 Abs. 4 RPG), und die Fruchtfolgeflächen kommen aus der Zonenplanänderung dazu. Der Vergleich zeigt, welchen Anteil des Mehrbedarfs die Einzonung deckt und ob Innenentwicklungsvarianten dasselbe leisten; genau diese Frage stellen Kanton und Bundesgericht. Der Ratgeber zur Einzonung beschreibt die Voraussetzungen.
Quellen
- Art. 1 und 3 RPG, Ziele und PlanungsgrundsätzeSiedlungsentwicklung nach innen, Verdichtung, Zuordnung von Wohnen und Arbeiten.
- Art. 15 RPG, BauzonenBedarf für fünfzehn Jahre, Überdimensionierung, Voraussetzungen der Einzonung.
- Art. 3 RPV, InteressenabwägungDie Gewichtung der Kriterien ist Abwägung.
- VSS 40 281, Parkieren: Angebot an Parkfeldern für PersonenwagenGrenzbedarf und Reduktion nach Standorttyp; Norm beim VSS erhältlich.
- Bauzonenkapazität berechnen (spekt.ch/wissen)Die Kapazitätsmethodik, Parameter und Bilanz nach Art. 15 RPG.
- SPEKTRUM MCP: Varianten vergleichen, Quartier 3D, Planungsbericht Art. 47Werkzeuge, Einrichtung, Nutzungsbedingungen.
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