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Prompts für Planerinnen und Planer: Muster, die in Raumplanung und Bauverwaltung funktionieren

Ein guter Prompt im Planungsbüro ist eine Arbeitsanweisung, keine Frage. Er hat sechs Teile: die Rolle («Du bist Raumplanerin in einem Schweizer Büro»), den Kontext (Gemeinde, Kanton, Vorhaben, Unterlagen), die Aufgabe (ein Verb, ein Ergebnis), die Form (Gliederung, Länge, Schweizer Schreibweise mit ss, Begriffe wie Gemeinderat und Baubewilligung), die Quellenpflicht (jede rechtliche Aussage mit Fundstelle, jede Zahl mit Quelle, Unbekanntes als offen markieren) und die Prüfung (was das Modell am Schluss gegen die Vorgaben kontrolliert). Was fehlt, erfindet das Modell: Wer den Kanton nicht nennt, bekommt deutsches Baurecht; wer keine Fundstelle verlangt, bekommt plausible Paragrafen. Die Muster, die sich bewähren, sind wenige: Berichtsentwurf aus Stichworten und Protokoll, Zusammenfassung eines Reglements mit Fundstellen, Rechtsfrage mit Werkzeugaufruf, Paraphrase von Mitwirkungseingaben, Stellungnahme in Kategorie und Ton, Einsprache-Entwurf mit Rügen, Übersetzung in Amtssprache, Prüfung eines eigenen Textes auf Lücken. Jedes Muster wird einmal gut geschrieben, als Textdatei im Büro abgelegt und in den Projekten des Assistenten hinterlegt; danach schreibt niemand mehr Prompts, sondern füllt Vorlagen aus.

Stand: 1. November 2026Autor: Andreas Rupf, Raum- und Stadtplaner, Dozent ETH ZürichErfahrungen aus der Beratungspraxis

Das Muster: Rolle, Kontext, Aufgabe, Form, Quellen, Prüfung

Sprachmodelle antworten auf das, was sie bekommen, nicht auf das, was man meint. Darum funktioniert dieselbe Struktur für jede Aufgabe im Büro.

Rolle. «Du bist Raumplaner in einem Schweizer Planungsbüro und schreibst für eine Gemeinde im Kanton Luzern.» Die Rolle setzt Fachsprache, Perspektive und Rechtsraum. Ohne sie antwortet das Modell als Allzweckassistent, oft mit deutschem oder österreichischem Baurecht.

Kontext. Gemeinde, Kanton, Vorhaben, Planungsart, Perimeter, beteiligte Gremien, und die Unterlagen: Protokoll, Reglement, Richtplanauszug, Werkzeugergebnisse. Was das Modell nicht hat, kann es nicht verwenden; was es unscharf bekommt, beantwortet es unscharf. Je präziser die Beschreibung, desto belastbarer der Entwurf.

Aufgabe. Ein Verb, ein Ergebnis: «Entwirf das Kapitel 3 des Planungsberichts», «Fasse das Baureglement der Zone W3 in zehn Punkten zusammen», «Zerlege die folgenden zwölf Eingaben in einzelne Anliegen». Mehrere Aufgaben in einem Prompt verwässern alle.

Form. Gliederung, Länge, Tonfall, Schweizer Schreibweise (ss statt ß, Anführungszeichen « »), Begriffe (Gemeinderat, Baubewilligung, Nutzungsplanung, nicht Stadtrat, Baugenehmigung, Bauleitplanung), Datumsformat, Du oder Sie. Ein Beispielabsatz aus einem eigenen Bericht wirkt stärker als jede Beschreibung.

Quellenpflicht. «Jede rechtliche Aussage mit Erlass, Artikel und Absatz; jede Zahl mit Quelle; was du nicht belegen kannst, markierst du mit [PRÜFEN] und erfindest es nicht.» Mit Fachanbindung über MCP: «Benutze die Werkzeuge für Gesetz, Rechtsprechung und Geodaten, bevor du antwortest.» Das ist der Satz, der Halluzinationen am wirksamsten verhindert.

Prüfung. «Kontrolliere am Schluss: Sind alle sieben Pflichtinhalte vorhanden? Steht bei jeder Norm eine Fundstelle? Gibt es Sätze, die für jede Gemeinde gälten? Liste, was fehlt.» Das Modell prüft seine eigene Arbeit zuverlässiger, wenn man es dazu auffordert, als wenn man hofft.

Zehn Muster aus dem Planungsalltag

1. Berichtsentwurf aus Stichworten. Rolle, Vorhaben, Gliederung nach Art. 47 RPV, Protokoll und Werkzeugergebnisse als Kontext; Aufgabe: Kapitel entwerfen, Lücken markieren. Ergebnis: Rohfassung mit [ERGÄNZEN], die die Planerin füllt.

2. Reglement zusammenfassen. Baureglement oder Bau- und Zonenordnung als Datei; Aufgabe: die Masse der Zone W2 als Tabelle mit Paragraf je Zeile. Prüfung: nichts aus dem Gedächtnis, nur aus dem Dokument.

3. Rechtsfrage mit Werkzeug. «Welche Einsprachefrist gilt für ein Baugesuch in Bern, publiziert am 12. November 2026? Benutze das Werkzeug Baugesuch-Fristen und nenne die Fundstelle.» Ergebnis mit Datum, Artikel und Stand.

4. Mitwirkungseingaben paraphrasieren. Eingaben anonymisiert als Text; Aufgabe: je Eingabe die Anliegen in ein bis zwei neutralen Sätzen, mit Nummer und betroffenem Planungsinhalt; keine Wertung, keine Antwort.

5. Stellungnahme in Kategorie und Ton. Anliegen, Vorlage, Faktenlage; Aufgabe: Stellungnahme in zwei bis sechs Sätzen, Kategorie vorschlagen nur mit Begründung aus Vorlage oder Recht, sonst [ENTSCHEID GEMEINDE]; Ton sachlich, wertschätzend, ohne Floskeln.

6. Einsprache entwerfen. Publikation, Pläne, Baureglement, eigene Betroffenheit; Aufgabe: Legitimation darlegen, Rügen mit Vorschrift und Verstoss, Antrag, Beweismittel; Fristende rechnen. Prüfung: nur öffentlich-rechtliche Rügen, privatrechtliche getrennt.

7. Vorprüfungsbericht beantworten. Vorprüfungsbericht des Kantons und Vorlage; Aufgabe: je Hinweis die Antwort der Gemeinde mit Kategorie (übernommen, angepasst, nicht übernommen mit Begründung), als Tabelle.

8. Protokoll aus Transkript. Transkript, Traktandenliste, Vorlage; Aufgabe: Beschlüsse, Pendenzen mit Verantwortlichen und Terminen, Diskussion in drei Sätzen je Traktandum; nichts erfinden, Unklares markieren.

9. In Amtssprache übersetzen. Ein Fachtext für die Gemeindeversammlung oder die Bevölkerung; Aufgabe: verständlich in acht Sätzen, ohne Fachbegriffe ohne Erklärung, Schweizer Schreibweise, Lesealter 16.

10. Eigenen Text prüfen. Ein fertiger Bericht; Aufgabe: Rolle Genehmigungsbehörde, prüfe gegen Art. 47 RPV, liste fehlende Inhalte, Aussagen ohne Quelle, Widersprüche und Floskeln; keine Umformulierung, nur Befund.

Alle zehn teilen die Regel: Das Modell entwirft, prüft und sortiert; es entscheidet und verantwortet nicht. Die Fachperson liest jedes Ergebnis.

Sieben Fehler, die schlechte Ergebnisse erklären

Zu wenig Kontext. «Schreib einen Planungsbericht für eine Einzonung» liefert einen generischen Text. Gemeinde, Kanton, Perimeter, Zahlen, Protokolle: Alles, was das Modell nicht hat, fehlt im Ergebnis oder wird erfunden.

Kein Rechtsraum. Ohne «Schweiz, Kanton X» antwortet das Modell mit Begriffen und Normen aus Deutschland. Die Rolle und der Kanton gehören in jeden Prompt, am besten in die Projektanweisung.

Keine Quellenpflicht. Ohne die Anweisung, Fundstellen zu nennen und Unbelegtes zu markieren, klingt alles gleich sicher. Mit Fachanbindung kommt dazu: Werkzeuge zuerst, dann antworten.

Mehrere Aufgaben auf einmal. «Fasse zusammen, bewerte, schlage vor und schreibe den Brief» führt zu vier halben Ergebnissen. Eine Aufgabe je Prompt, die nächste baut auf dem Ergebnis auf.

Form nicht vorgegeben. Das Modell wählt dann Gliederung, Länge und Ton selbst, meist zu lang und zu glatt. Beispielabsatz, Gliederung und Längenangabe lösen das.

Ergebnis nicht geprüft. Der Prompt endet mit der Aufgabe, nicht mit der Prüfung. Wer das Modell am Schluss seine Arbeit gegen die Vorgaben kontrollieren lässt, bekommt die Lücken gleich mitgeliefert.

Prompt nicht gespeichert. Jede Person schreibt jeden Tag neu, mit schwankender Qualität. Gute Prompts werden einmal geschrieben, als Datei abgelegt, im Projekt des Assistenten hinterlegt und im Team geteilt; danach füllt man Vorlagen aus. Das ist der Unterschied zwischen einem Büro, das KI nutzt, und einem, in dem einige damit spielen.

Von Prompts zu Vorlagen und Projekten

Das Ziel ist nicht, dass alle gut prompten, sondern dass niemand mehr prompten muss. Drei Stufen führen dahin.

Stufe 1, Vorlagen als Dateien. Jedes bewährte Muster wird als Textdatei im Büro abgelegt: Titel, Zweck, der Prompt mit Platzhaltern in eckigen Klammern, ein Beispiel, der Prüfschritt. Die Datei gehört dem Büro, nicht der Person und nicht der Plattform; beim Modellwechsel bleibt sie.

Stufe 2, Projekte und Anweisungen im Assistenten. Claude, ChatGPT und Copilot erlauben Projekte mit einer festen Anweisung und hinterlegten Dateien: Rolle, Rechtsraum, Schreibweise, Quellenpflicht und die Reglemente oder Vorlagen des Büros stehen dort einmal und gelten für jedes Gespräch im Projekt. Je Aufgabenfamilie ein Projekt: Berichte, Mitwirkung, Baugesuche, Kommunikation. Die Fachanbindung über MCP wird im Projekt aktiviert, damit Werkzeuge für Recht und Geodaten immer verfügbar sind.

Stufe 3, Arbeitsabläufe mit Freigabe. Mehrere Vorlagen in Folge, mit Werkzeugaufrufen und Prüfschritten, werden zu einem Ablauf: Mitwirkung erfassen, zerlegen, bündeln, Stellungnahmen entwerfen, Bericht bauen. Läuft der Ablauf ausgelöst und ohne Zutun, ist er ein Agent; der Ratgeber zu den Agenten beschreibt die Leitplanken.

Pflege: Eine Person führt die Vorlagen, sammelt Verbesserungen aus dem Team und nimmt vierteljährlich auf, was neu dazugekommen ist. Vorlagen, die niemand nutzt, werden gelöscht. Der Praxis-Workshop mit Claude baut in zwei Halbtagen die ersten drei Vorlagen am eigenen Arbeitsplatz; danach wächst die Sammlung aus der Arbeit.

Prüfliste für jeden Prompt im Büro

Zehn Fragen, bevor ein Prompt zur Vorlage wird:

  • Rolle und Rechtsraum genanntSchweizer Büro, Kanton, Gemeinde; Perspektive (Planungsbüro, Behörde, Einsprecherin).
  • Kontext vollständigVorhaben, Perimeter, Zahlen, Unterlagen als Dateien oder Werkzeugergebnisse; nichts, was das Modell erraten müsste.
  • Eine Aufgabe, ein VerbEntwerfen, zusammenfassen, zerlegen, prüfen, übersetzen; nicht alles zugleich.
  • Form vorgegebenGliederung, Länge, Ton, Schweizer Schreibweise und Begriffe, Beispielabsatz.
  • QuellenpflichtFundstelle je Norm, Quelle je Zahl, Werkzeuge zuerst, Unbelegtes als [PRÜFEN].
  • Verbot zu erfindenAusdrücklich: keine Normen, Entscheide, Zahlen oder Zitate ohne Quelle; lieber Lücke als Füllung.
  • Entscheide offen lassenWo die Gemeinde oder die Fachperson wählt: Marker [ENTSCHEID] mit Optionen, kein Vorschlag als Tatsache.
  • Prüfschritt am SchlussDas Modell kontrolliert gegen die Vorgaben und listet, was fehlt.
  • Datenklasse eingehaltenKeine Personendaten im Prompt, wenn das Ergebnis sie nicht braucht; anonymisiert, Geschäftsvertrag.
  • Als Vorlage gespeichertDatei im Büro mit Platzhaltern, Beispiel und Prüfschritt; im Projekt des Assistenten hinterlegt.

Zehn Muster mit Pflichtangaben

Was in den Prompt gehört und was die Fachperson danach prüft:

AufgabePflichtangaben im PromptWerkzeugeWas die Fachperson prüft
BerichtsentwurfVorhaben, Planungsart, Gliederung nach Art. 47 RPV, Protokolle, WerkzeugergebnisseKapazität, Richtplan, Fachkarten, Planungsbericht Art. 47Marker auflösen, Zahlen, Normen, Floskeln
Reglement zusammenfassenDokument als Datei, Zone, gewünschte TabelleBaureglement abfragenJede Zeile gegen den Paragrafen
RechtsfrageKanton, Sachverhalt, Datum, Werkzeugpflicht, FundstelleBundesrecht, Kantonsrecht, Fristen, RechtsprechungFundstelle und Stand
Mitwirkung paraphrasierenAnonymisierte Eingaben, Nummernschema, PlanungsinhaltMitwirkung auswertenVollständigkeit, Neutralität
StellungnahmeAnliegen, Vorlage, Fakten, Kategorien, Ton, MarkerRichtplan, Parzelle, VerfahrenKategorie, Begründung, Konsistenz
EinsprachePublikation, Pläne, Reglement, Betroffenheit, FristFristen, Nutzungsziffern, Baugesuch vorprüfenLegitimation, Rügen, Frist, Antrag
Vorprüfung beantwortenVorprüfungsbericht, Vorlage, KategorienVorprüfung beantwortenJede Antwort gegen den Beschluss der Gemeinde
ProtokollTranskript, Traktanden, Vorlage, Verbot zu erfindenMINU-AI oder AssistentBeschlüsse und Pendenzen gegen das Gehörte
AmtsspracheZielgruppe, Länge, Schreibweise, BegriffeKeineVerständlichkeit, Richtigkeit
Eigenen Text prüfenRolle Genehmigungsbehörde, Prüfraster, nur BefundZitat prüfenBefunde beheben, nicht das Modell umschreiben lassen

Muster aus den Arbeitsanweisungen von SPEKTRUM und dem Praxis-Workshop mit Claude; Werkzeugnamen gemäss SPEKTRUM MCP.

Vom ersten Prompt zur Bürovorlage in sechs Schritten

So entsteht aus einem gelungenen Versuch eine Vorlage, die das ganze Team nutzt:

  1. Aufgabe wählen und Kontext sammeln Eine wiederkehrende Aufgabe; Unterlagen, Werkzeugergebnisse und ein gutes Beispiel aus eigener Hand bereitlegen.
  2. Prompt nach dem Muster schreiben Rolle, Kontext, Aufgabe, Form, Quellenpflicht, Prüfung; Platzhalter in eckigen Klammern für das, was je Fall wechselt.
  3. Mit drei alten Fällen testen Ergebnisse gegen die damaligen Resultate vergleichen; Abweichungen in den Prompt zurückschreiben, nicht im Ergebnis korrigieren.
  4. Prüfschritt schärfen Was das Modell am Schluss kontrolliert, was die Fachperson danach prüft; beides in die Vorlage.
  5. Als Datei und Projekt ablegen Textdatei im Büro mit Zweck, Prompt, Beispiel, Prüfschritt; Projekt im Assistenten mit Anweisung, Dateien und Fachanbindung.
  6. Im Team teilen und pflegen Kurze Einführung, Rückmeldungen sammeln, vierteljährlich nachführen; ungenutzte Vorlagen löschen.

Wie SPEKTRUM mit Vorlagen arbeitet

Bei SPEKTRUM gibt es für jede wiederkehrende Aufgabe eine Arbeitsanweisung als Textdatei: Mitwirkungsauswertung, Baureglemente erfassen, Kurse durchführen, LinkedIn-Beiträge und Newsletter schreiben, Offerten, Präsentationsseiten, Blogbeiträge. Jede Anweisung folgt dem Muster dieser Seite: Rolle und Rechtsraum, was einzulesen ist, eine gebündelte Rückfrage zu Beginn, die Schritte mit Regeln (nichts erfinden, Fundstellen, Schweizer Schreibweise, Sie-Form), das Ergebnisformat und der Prüfschritt. Die Anweisungen liegen im Büro, nicht in einer Plattform, und werden vom Assistenten geladen, wenn die Aufgabe ansteht.

Die Antwortseiten dieses Wissensbereichs sind so entstanden: Eine Anweisung legt fest, welche Werkzeuge des SPEKTRUM MCP für Gesetz, Rechtsprechung, Verfahren und Berechnungen aufzurufen sind, wie die Direktantwort, die Abschnitte, die Tabellen und die FAQ aufgebaut werden, dass jede Norm eine Fundstelle und jeder Entscheid ein Aktenzeichen aus dem Korpus trägt, und dass Unbelegtes als offener Prüfpunkt ausgewiesen wird. Ein Generator baut daraus die Seite; der Autor prüft Inhalt und Quellen.

Im Praxis-Workshop mit Claude bauen Teilnehmende in zwei Halbtagen am eigenen Arbeitsplatz ihre ersten drei Vorlagen aus eigenen Aufgaben und Dokumenten; der Executive-Kompaktkurs zeigt Geschäftsleitungen, wie aus Vorlagen Projekte, Abläufe und Regeln werden. Die Erfahrung aus beiden: Die besten Prompts schreiben nicht die Technikaffinen, sondern die mit der meisten Fachroutine, weil sie wissen, was ein gutes Ergebnis ist.

Häufige Fragen

Gibt es den einen perfekten Prompt?

Nein, aber das eine Muster: Rolle und Rechtsraum, vollständiger Kontext mit Unterlagen, eine Aufgabe, vorgegebene Form, Quellenpflicht mit Verbot zu erfinden, Prüfschritt am Schluss. Wer das Muster für jede wiederkehrende Aufgabe einmal ausfüllt, mit alten Fällen testet und als Vorlage ablegt, braucht keine Prompt-Tricks mehr. Die Qualität kommt aus dem Kontext und der Prüfung, nicht aus Formulierungskunst.

Warum liefert das Modell deutsches statt Schweizer Baurecht?

Weil Sie den Rechtsraum nicht genannt haben und die Trainingsdaten überwiegend aus Deutschland stammen. Nennen Sie in Rolle und Kontext «Schweiz, Kanton X, Gemeinde Y», verlangen Sie Schweizer Begriffe und Schreibweise, und geben Sie dem Modell die Fachanbindung für Gesetz und Rechtsprechung, damit es nachschlägt statt zu raten. In einem Projekt des Assistenten steht das einmal in der Anweisung und gilt für jedes Gespräch.

Wie verhindere ich erfundene Paragrafen und Urteile?

Mit drei Sätzen im Prompt: «Jede rechtliche Aussage mit Erlass, Artikel und Absatz. Benutze die Werkzeuge für Gesetz und Rechtsprechung, bevor du antwortest. Was du nicht belegen kannst, markierst du mit [PRÜFEN] und erfindest es nicht.» Dazu die Zitatprüfung für jeden Entscheid, der in ein Dokument fliesst, und die Regel im Büro, dass eine Fachperson jede Fundstelle nachschlägt. Ohne Fachanbindung bleibt das Risiko; mit ihr sinkt es auf Prüfaufwand.

Darf ich Unterlagen aus Gemeindeaufträgen in den Prompt geben?

Öffentliche Unterlagen ja; Personendaten nur anonymisiert oder mit Geschäftsvertrag und Zustimmung der Gemeinde; besonders schützenswerte Daten nicht. Für die meisten Aufgaben braucht das Modell die Namen nicht: Mitwirkungseingaben werden nummeriert, Baugesuche ohne Gesuchstellende zusammengefasst. Der Ratgeber zum Datenschutz erklärt die vier Datenklassen; die Nutzungsrichtlinie des Büros legt fest, was in welches Werkzeug darf.

Wie lang darf ein Prompt sein?

So lang wie der Kontext es verlangt. Ein Berichtsentwurf braucht Vorhaben, Gliederung, Protokolle und Werkzeugergebnisse, oft mehrere Seiten; das ist kein Problem, moderne Modelle verarbeiten hunderte Seiten. Kurz sein muss die Aufgabe: ein Verb, ein Ergebnis. Lange Prompts werden zu Vorlagen mit Platzhaltern und zu Projektanweisungen; dann ist die tägliche Eingabe wieder kurz.

Lohnt sich ein Prompt-Kurs?

Ein Kurs über Prompt-Tricks nicht; ein Halbtag, in dem Sie an eigenen Aufgaben und Dokumenten Ihre ersten drei Vorlagen bauen, schon, und ein zweiter nach zwei Wochen Praxis noch mehr. So ist der Praxis-Workshop mit Claude aufgebaut. Der Nutzen liegt nicht im Wissen über Prompts, sondern in drei Vorlagen, die am Montag danach laufen, und in der Gewohnheit, Ergebnisse zu prüfen statt zu übernehmen.

Quellen

Diese Seite gibt Erfahrungen aus der Beratungs- und Entwicklungspraxis von SPEKTRUM wieder. Funktionen, Verträge und Preise der genannten Anbieter ändern sich; massgebend sind deren aktuelle Bedingungen und bei Personendaten das anwendbare Datenschutzrecht. Keine Rechtsberatung.

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